Präsidentenwahl: „Slowenen wählen einen Faschisten“

Kroatische Medien ereifern sich über den Erfolg des slowenischen Populisten Zmago Jelincic.

ZAGREB (APA). Das gute Abschneiden des rechtspopulistischen Politikers Zmago Jelincic bei der slowenischen Präsidentenwahl sorgt nun in Kroatien für Aufregung. „20 Prozent haben den Faschisten Jelincic gewählt“, schreibt die kroatische Tageszeitung „Jutarnji List“. Slowenien werde zum „kranken Mann Europas, so wie Serbien“. Neben Serbien sei Slowenien das einzige Land im früheren Jugoslawien, in dem „der radikale Nationalismus so große Zustimmung“ genieße.


Wie „Haiders Österreich“

Und „Jutarnji List“ zieht Parallelen zu Österreich: „Das radikale Slowenien von Zamgo Jelincic ist so ein politisches Desaster wie das radikale Österreich von Jörg Haider vor fünf oder sechs Jahren.“

Jelincic hatte im ersten Durchgang der slowenischen Präsidentenwahl am Sonntag 19,2 Prozent der Stimmen erhalten. Den Einzug in die Stichwahl schaffte er damit aber nicht. Im Wahlkampf hatte der Chef der slowenischen Nationalpartei ein Referendum über eine EU-Mitgliedschaft Kroatiens gefordert. Sollte Kroatien im Grenzstreit mit Slowenien nicht einlenken, müsse Laibach notfalls ein Veto gegen den EU-Beitritt des Nachbarn einlegen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2007)

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