Afghanistan: Journalist wegen Blasphemie zum Tode verurteilt

Der afghanische Reporter Sayed Perwiz Kambakhshs soll den Islam beleidigt haben. Internationale Journalistenverbände protestieren gegen das Urteil.

(c) AP (Tim Roske)

Ein afghanisches Gericht hat den Journalisten Sayed Perwiz Kambakhsh am Dienstag wegen Blasphemie zum Tode verurteilt. Das Gericht befand, dass der 23-Jährige den Islam beleidigt und Koranverse falsch ausgelegt habe.

Kambakhsh war festgenommen worden, nachdem er Flugblätter mit einem Artikel an seiner Universität verteilt hatte. In dem Artikel wurde kritisiert, dass der Prophet Mohammed die Rechte von Frauen ignoriert habe.

Der Bruder des Verurteilten, Jakub Ibrahimi, erklärte, der Artikel sei nicht von Kambakhsh verfasst worden. Der junge Reporter habe den Artikel im Internet gefunden und ihn mit seinen Freunden und Universitätsdozenten besprechen wollen.

Verfahren geheim gehalten

Der Vater des Journalisten verurteilte das geheim gehaltene Verfahren. Er beklagte, sein Sohn habe noch nicht einmal einen Verteidiger gehabt.

Auch internationale Journalisten-Organisationen protestierten gegen das Urteil. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" forderte den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai auf, "schnellstmöglich einzuschreiten".

Vor der endgültigen Vollstreckung der Todesstrafe trennen den Journalisten nun noch zwei Berufungsverfahren vor Gericht.

(Ag./Red.)

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