Cosic: Ex-Präsident der Bundesepublik Jugoslawien tot

Dobrica Cosic wandelte sich in den politischen Umbruch-Zeiten am Balkan vom Kommunisten zum Dissidenten bishin zum "Vater der Nation".

Dobrica Cosic, der erste Präsident der von Slobodan Milosevic 1992 gebildeten Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro), ist am Sonntag laut Medienberichten im Alter von 92 Jahren in Belgrad gestorben.

Der einstige Kommunist hatte nach dem Zweiten Weltkrieg den Weg zum Dissidenten und späteren "Vater der Nation" zurückgelegt.

Der Schriftsteller sorgte 1968 für Aufsehen, als er öffentlich die Meinung vertrat, dass die im Kosovo lebenden Serben durch andere Völker des damaligen Jugoslawien, allem voran ihre ersten Nachbaren Albaner unterdrückt worden seien.

"Kosovo-Frage gelöst"

Später befasste sich Cosic noch wiederholt mit dem Kosovo. Zuletzt hatte er Ende April die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit geweckt, als er erklärte, dass seiner Meinung nach die "Kosovo-Frage gelöst" worden sei.

"Dies bedeutet, dass der Kosovo keine südserbische Provinz ist". Auch würde er den jüngeren Generationen raten, ihre Kräfte nicht mehr für den Kosovo zu verschwenden, sagte Cosic gegenüber einer Belgrader Wochenzeitschrift.

Das Präsidentenamt konnte der Schriftsteller gerade ein Jahr lang innehalten. Er wurde nach der Kritik an der Politik von Milosevic im Mai 1993 von der Milosevic-treuen Parlamentsmehrheit wieder abgewählt.

(APA)

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