Urananreicherung im Iran: IAEA gegen Panikmache

Teheran habe nicht heim- lich Uran angereichert. Israel fordert dennoch sofortiges Handeln.

Mahmoud Ahmadinejad
Mahmoud Ahmadinejad
(c) REUTERS (MORTEZA NIKOUBAZL)

WIEN (red.). Übertriebene Berichte der „New York Times“ und anderer Medien wie des ORF über angeblich unerwartete Funde leicht angereicherten Urans durch Experten der Atomenergiebehörde IAEA im Iran veranlassten diese am Wochenende zu einer Stellungnahme: Man habe keinen Grund zur Annahme, dass die betreffende Menge (etwa 400 kg) absichtlich und heimlich erzeugt wurde, so eine Sprecherin. Es sei normal, dass die erwartete und die wirklich produzierte Menge an Uran-Gas differierten; zudem seien 171 Kilo davon in der aktuellen IAEA-Bilanz vom November darum nicht erfasst, weil sie erst danach erzeugt wurden.

Israels Botschafter in den USA forderte die Welt dennoch zum „sofortigen, ernsthaften Handeln“ gegen das A-Programm auf; immerhin habe Iran laut IAEA mindestens 1010 Kilo angereichertes Uran, genug zum Bau einer Bombe. Frankreichs Verteidigungsminister Morin sagte am Sonntag in Abu Dhabi, Teheran solle die Ängste anderer Golfstaaten ernst nehmen. Paris eröffnet heuer eine Militärbasis in den Emiraten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2009)

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