Libyen: Regierungstreue Kämpfer erobern Stadt von Islamisten

Der Chef der bisherigen islamistischen Verwaltung von Kekla gestand den Verlust der strategisch wichtigen Stadt ein.

In Libyen haben regierungstreue Kämpfer am Montag nach mehr als 40-tägigen Gefechten die Kontrolle über die von Islamisten eingenommene Stadt Kekla im Westen des Landes übernommen. Nach Angaben der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Abdullah al-Thani untersteht die Stadt nunmehr dem "Kommando der Armee". Geplant sei nun, die "Befreiung" der Hauptstadt Tripolis abzuschließen.

Der Chef der bisherigen islamistischen Verwaltung von Kekla, Jadallah al-Abidi, gestand den Verlust der strategisch wichtigen Stadt ein. Die Niederlage bedeute jedoch nicht den "Zusammenbruch" der islamistischen Einheiten im Westen Libyens. Kekla liegt mehr als hundert Kilometer südwestlich von Tripolis.

Ein Bündnis aus überwiegend islamistischen Milizen hatte im August nach wochenlangen Kämpfen mit mehr als hundert Toten regierungstreue Einheiten aus Kekla vertrieben. Im Oktober starteten loyal zur Regierung stehende Kämpfer aus der westlichen Stadt Zintan mit Unterstützung von Teilen der libyschen Armee und der Luftwaffe eine Gegenoffensive.

Unterdessen griff ein Kampfflugzeug den einzigen noch in Betrieb befindlichen Flughafen in Tripolis an. Zeugen berichteten, die auf niedriger Höhe fliegende Maschine habe zwei Raketen auf den Flughafen Mitiga abgefeuert, der von der regierungsfeindlichen Islamistenmiliz Fajr Libya (Libyens Morgendämmerung) kontrolliert wird. Weder der Terminal noch die Pisten seien beschädigt worden, hieß es.

Seitdem der langjährige Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 gestürzt und getötet wurde, kommt Libyen nicht zur Ruhe. Rivalisierende Milizen liefern sich nahezu täglich Kämpfe um die Kontrolle über Tripolis und andere Städte.

(APA/AFP)

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