Internationale Beziehungen: „UN wieder fit machen“

Australiens Ex-Premier Rudd gründet multilaterale Kommission in Wien. Diese soll globale Sicherheitsbedrohungen identifizieren.

(c) EPA (OLIVER�BERG)

Wien. Australiens Ex-Premier Kevin Rudd hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Er will die UNO „fit für das 21. Jahrhundert“ machen, wie er gestern in Wien betont hat. Hier präsentierte der Topdiplomat – dem übrigens Ambitionen auf den Posten des UN-Generalsekretärs nachgesagt werden – die frisch gegründete Independent Commission on Mulilateralism (ICM), die er leiten wird. Diese Kommission, die gemeinsam mit dem Thinktank International Peace Institute von Wien und New York aus operieren wird, will globale Sicherheitsbedrohungen identifizieren und den Vereinten Nationen Maßnahmenvorschläge vorlegen.

Überzeugungsarbeit soll der hochkarätig besetzte ICM-Rat leisten, dem unter anderem Madeleine Albright und Tony Blair angehören. Zwei Jahre lang soll das ICM-Projekt laufen.

Als größte Herausforderungen für das multilaterale System sieht Rudd den Klimawandel, demografische Veränderungen, aber auch „transnationale Bedrohungen“ wie den internationalen Jihad sowie „tiefgreifende geopolitische Verschiebungen“ – durch das zunehmend selbstbewusste Auftreten Russlands und Chinas. Ziel müsse es sein, diese beiden Mächte „in die globale Ordnung“ zu integrieren.

Freilich ist sich Rudd auch der Grenzen des Machbaren bewusst: So sei es angesichts der politischen Divergenzen „nicht wirklich einfach“, – notwendige – Reformen des UN-Sicherheitsrates durchzuführen (basta.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2014)

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