Ratzinger-Sekretär genehmigte Artikel in "Aula"

Der Sekretär des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger - nunmehr Papst Benedikt XVI. - hat laut "Der Spiegel" 1997 die Übernahme eines Beitrags des Kardinals in einer Publikation des "Aula"-Verlags (Graz) genehmigt. Dem "Spiegel" liege der Schriftverkehr des Vatikans mit dem Verlag vor, aus dem hervorgehe, dass der damalige Sekretär des Kardinals, Josef Clemens, der Publikation zustimmte.

Der Text erschien dann 1998 in einer Publikation des vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) als rechtsextrem eingestuften "Aula"-Verlags. Bereits Anfang Februar hatte die Tageszeitung "Österreich" über den Abdruck des Artikels berichtet. Der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, hatte damals in einer Reaktion erklärt, der Papst habe nie im "Aula"-Verlag publiziert.

Im Detail hieß in der Stellungnahme der Erzdiözese, ein bereits 1995 unter dem Titel "Freiheit und Wahrheit" in der internationalen Zeitschrift "Communio" erschienener Artikel von Kardinal Joseph Ratzinger sei 1998 in einer vom Otto Scrinzi herausgegebenen Festschrift zur Revolution von 1848 ("1848 - Erbe und Auftrag") wiedergegeben worden.

Von den Herausgebern der Festschrift sei offensichtlich kein Einvernehmen mit dem Kardinal gesucht worden, zitierte Kathpress den Pressesprecher der Erzdiözese damals weiter. "In dem Artikel von Kardinal Ratzinger sind keinerlei Formulierungen enthalten, die in irgendeiner Weise 'rechtem' Gedankengut nahestehen."

(APA)

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