Jemen: Saudi-Arabien bombardiert Raketendepot in Sanaa

Bei den Luftangriffen in der von den Houthi-Rebellen gehaltenen Stadt wurden viele Häuser zerstört, mehrere Zivilisten kamen ums Leben.

Rauch steigt vom beschossenen Militärlager in Sanaa im Jemen auf.
Rauch steigt vom beschossenen Militärlager in Sanaa im Jemen auf.
Rauch steigt vom beschossenen Militärlager in Sanaa im Jemen auf. – (c) REUTERS

Eine schwere Explosion hat am Montag Jemens Hauptstadt Sanaa erschüttert, nachdem die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition ein Raketendepot bombardierte. Mindestens 18 Zivilisten wurden laut Rettungskräften bei den Angriffen im Viertel Fadj Attan getötet, doch könnte die Opferzahl noch weit höher liegen.

Jemens Außenminister Rijadh Jassin lehnte einen iranischen Vermittlungsvorschlag sowie Verhandlungen ab, bevor sich die Houthi-Rebellen nicht vollständig zurückzögen.

Umliegende Häuser zerstört

Die Explosionen in dem Raketendepot machten umliegende Häuser dem Erdboden gleich und waren noch in entfernten Vierteln zu spüren. Teile des Stützpunkts und eine benachbarte Tankstelle standen in Flammen. Dichter schwarzer Rauch war aus der Ferne über dem Stützpunkt der Republikanischen Garde zu sehen, die dem früheren Präsidenten Ali Abdallah Saleh treu ist. Die Anhänger von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi werfen ihr vor, sich mit den Houthi-Rebellen verbündet zu haben.

Die Rebellen aus dem Norden des Landes hatten im Jänner die Hauptstadt Sanaa komplett unter ihre Kontrolle gebracht. Als sie Mitte März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten, floh Hadi nach Saudi-Arabien und bat um militärische Unterstützung. Seit dem 26. März flog eine von Riad angeführte arabische Militärkoalition nach eigenen Angaben mehr als 2000 Angriffe auf die Houthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee.

Vermittlung durch Iran "inakzeptabel"

Jemens Außenminister Jassin wies am Montag ein Angebot des Irans zurück, in dem Konflikt zu vermitteln. Eine Vermittlung durch den Iran sei "inakzeptabel", da er selbst darin verwickelt sei, sagte Jassin bei einem Wirtschaftsgipfel in Kuwait. Verhandlungen seien erst möglich, wenn sich die Houthi-Rebellen und die Truppen von Saleh aus allen Städten zurückzögen und in ihre Hochburgen im Norden des Landes zurückkehrten, sagte Jassin.

Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, die Rebellen mit Ausbildern und Waffen zu unterstützen. Teheran bestreitet dies und auch unabhängige Beobachter äußern Zweifel, dass der Iran nennenswerten Einfluss auf die Houthis hat. Der Rebellenführer Abdulmalik al-Houthi versicherte am Sonntag, das "jemenitische Volk" werde sich der "brutalen Aggression" nicht beugen. Riad habe kein Recht, sich einzumischen, sagte al-Houthi und kündigte an, mit "allen Mitteln" Widerstand zu leisten.

Waffenruhe vorerst ohne Chance

Al-Houthi verurteilte auch eine UN-Resolution, die den Rückzug der Rebellen fordert und ein Waffenembargo gegen sie verhängt. Ex-Präsident Saleh dagegen begrüßte die vergangene Woche beschlossene Resolution als "positiven" Schritt und sprach sich für eine Waffenruhe und Gespräche unter UN-Vermittlung aus. In einem weiteren Rückschlag für die Houthis bekannte sich die Führung der Armee-Einheiten in der Provinz Hadramaut zu Präsident Hadi.

Derweil sprach sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für eine internationale Friedenskonferenz aus. Es werde aus seiner Sicht "keine militärische Lösung dieses Konfliktes geben", sagte Steinmeier beim Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg. Nötig sei "eine Atempause". Diese könne über eine "internationale Konferenz" mit den Staaten der Region geschaffen werden, die ein Ende der Kämpfe und eine politische Lösung versuche.

((c) APA/dpa)

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