IS-Drohung gegen Hamas

Anhänger des Islamischen Staats (IS) sagten in Video Palästinenser-Fraktionen in Gaza den Kampf an.

A Palestinian man fixes a cover over the wreckage of of his house in Khan Younis
A Palestinian man fixes a cover over the wreckage of of his house in Khan Younis
(c) REUTERS (IBRAHEEM ABU MUSTAFA)

Kairo/Bagdad. Die Kampfansage kam per Videobotschaft aus einer Hochburg des Islamischen Staats (IS) in Syrien, und sie richtete sich ausgerechnet gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen. Ein maskierter Mann drohte darin, Israel wie auch die Palästinenser-Fraktionen Fatah und Hamas auszulöschen. Die Scharia, das islamische Gesetz, werde auch im Gazastreifen die Macht übernehmen. In typischer Manier brandmarkte der IS die Hamas als unislamisch.

Seit Israel vor zehn Jahren aus dem Gazastreifen abgezogen ist, kontrolliert die Hamas das Gebiet. Nach einem neuerlichen erbitterten Krieg mit Israel im Vorjahr versucht die Hamas indessen, die anderen extremistischen Gruppierungen in dem schmalen Streifen einzudämmen, die einen Waffenstillstand mit Israel torpedieren. Israels Geheimdienstminister unterstellt der Hamas eine Kooperation mit dem IS auf dem Sinai – ein Vorwurf, den die Gruppe jedoch vehement zurückweist.

In Syrien wogt der Kampf zwischen dem IS und den Kurdenmilizen währenddessen hin und her. Eine kurdische Miliz hat nach eigenen Angaben einen militärischen Erfolg gegen die IS-Jihadisten erzielt. IS-Kämpfer seien in der syrischen Stadt Tel Abyad an der Grenze zur Türkei zurückgeschlagen worden, teilte die Kurdenmiliz YPG mit. Der IS hat erst am Dienstag Teile der Stadt von den Kurden erobert. In den vergangenen zwei Wochen musste der IS im Kampf gegen die Kurdenmiliz mehrere militärische Rückschläge hinnehmen.

 

Blutige Bilanz im Irak

Der Irak hat im Juni den bisher blutigsten Monat in diesem Jahr verzeichnet. Bei Kämpfen, Terroranschlägen und anderen Gewaltakten seien im Juni nach Angaben der UN-Mission mehr als 1450 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern waren demnach mehr als 650 Zivilisten. Die tatsächliche Opferzahl dürfte freilich noch höher sein, hieß es seitens der UNO.

Die neue Höchstmarke ist auf die stark gestiegene Anzahl getöteter irakischer Sicherheitskräfte zurückzuführen. Laut UNO starben mehr als 800 Kämpfer, so viele wie seit einem Jahr nicht mehr. Zu den Sicherheitskräften zählen neben der irakischen Armee auch die kurdischen Peshmerga sowie schiitische Milizen. Sie liefern sich an vielen Orten Kämpfe mit den Milizen des Islamischer Staats. Der IS hat vor mehr als einem Jahr seine Offensive im Irak gestartet. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2015)

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