Flüchtlinge: Tschechiens Präsident will Armeeinsatz an Grenze

Es sei die Aufgabe des Militärs, Gefahren abzuwehren, sagt Zeman. Im Kampf gegen den IS-Terror will er notfalls "das Gewehr in die Hand nehmen".

Milos Zeman
Milos Zeman
Milos Zeman – REUTERS

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat als Maßnahme gegen Flüchtlingswellen den Einsatz der Armee zur Grenzsicherung vorgeschlagen. Die Abwehr von Gefahren sei schließlich die Aufgabe einer jeden Armee, sagte Zeman am Freitag dem Nachrichtenportal "Parlamentni listy".

Er sprach sich zudem gegen eine freiwillige Aufnahme von Flüchtlingen aus, zu der sich die Mitte-Links-Regierung in Prag zuletzt bereiterklärt hatte. Zeman warnte zudem vor IS-Kämpfern unter den Migranten. Gegen die Terrormiliz Islamischer Staat würde er notfalls "das Gewehr in die Hand nehmen und in den Kampf ziehen".

Kampf gegen Rassismus

Als Präsident hat der 70-Jährige weitgehend repräsentative Aufgaben. Während Zeman also poltert, bereitet die tschechische Regierung eine Aufklärungskampagne vor, mit der dem Rassismus begegnet und der Öffentlichkeit die Angst vor Flüchtlingen genommen werden soll. Damit soll die Bevölkerung auf die verstärkte Ankunft von Flüchtlingen aus Bürgerkriegsgebieten in Syrien und im Irak eingestimmt werden.

"Ich verstehe, dass die Leute heute Angst haben. Wenn sie nämlich das Wort 'Muslim' hören, ist das Einzige, was sie aus den Medien kennen, das Abschneiden von Köpfen und Hinrichtungen. Diese Vorstellungen müssen wir zerschlagen", sagte der Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, Tomas Prouza, der Tageszeitung "Hospodarske noviny" (Dienstag-Ausgabe). Die Zeitung zitierte aus einer Umfrage, nach der mehr Tschechen die Terrormiliz "Islamischer Staat" fürchten als den nahen Ukraine-Konflikt.

(APA)

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