Ungarn startet Bau von Grenzzaun zu Serbien

Seit Montagfrüh wird die umstrittene vier Meter hohe Eisenbarrikade errichtet. Und eine rechtsradikale Gruppe will Jagd auf illegale Migranten machen.

Flüchtlingskinder an der ungarisch-serbischen Grenze
Flüchtlingskinder an der ungarisch-serbischen Grenze
Flüchtlingskinder an der ungarisch-serbischen Grenze – REUTERS

Ungarn hat Montagfrüh offiziell mit dem Bau des umstrittenen Eisenzaunes an der Grenze zu Serbien begonnen. Die 175 Kilometer lange und vier Meter hohe Absperrung soll bis zum 31. August fertig sein und das Land vor illegalen Einwanderern schützen.

Laut Medienberichten starteten die Bauarbeiten zeitgleich an zwölf Orten. Errichtet wird der Eisenzaun von Soldaten sowie rund 300 Arbeitslosen, die in zwei Schichten arbeiten. Für den Bau des Zaunes hat die Regierung 29 Milliarden Forint (94,06 Mio. Euro) bereitgestellt, wie das Webportal "delmagyar.hu" berichtete.

"Bataillon der Freiwilligen Grenzjäger"

Unterdessen formierte sich am Wochenende im Internet das rechtsradikale "Bataillon der Freiwilligen Grenzjäger", das im Grenzbereich zu Serbien illegale Migranten aufspüren will. Die Polizei in der südungarischen Grenzstadt Szeged hat nach lokalen Medienberichten bereits ein Verfahren gegen die Gruppe eingeleitet. Der Privatmiliz wird vorgeworfen, das Sicherheitsmonopol des Staates zu untergraben.

Nach einer Regierungsverordnung können Personen, die die Bauarbeiten des Zaunes behindern, mit einer Strafe von bis zu 300.000 (973,08 Euro) Forint und jene, die das Gelände unbefugt betreten, mit einer Strafe von 50.000 Forint belegt werden.

Vor Baubeginn war ein Probeabschnitt errichtet worden, um verschiedene Konstruktionstechniken zu testen und die am schwersten zu überwindende zu finden. Innenminister Sandor Pinter hatte angesichts internationaler Kritik an dem Projekt dessen Bedeutung für den Schutz der EU-Außengrenze betont. Der Zaun hätte solange Berechtigung, solange jährlich bis zu 160.000 illegale Migranten nach Ungarn kämen, betonte er. 99 Prozent von ihnen kämen über die serbisch-ungarische Grenze.

(APA)

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