Russland: Este wegen angeblicher Spionage verurteilt

Ein russisches Gericht verurteilte einen estischen Beamten zu 15 Jahren Haft. Estland wirft Russland vor, den Mann mit Gewalt über die Grenze verschleppt zu haben.

Der Beamte könnte über die estisch-russische Grenze verschleppt worden sein.
Der Beamte könnte über die estisch-russische Grenze verschleppt worden sein.
Der Beamte könnte über die estisch-russische Grenze verschleppt worden sein. – REUTERS

Die EU wirft Russland Verletzungen gegen das Völkerrecht vor: Am Mittwoch hat ein russisches Gericht einen unter Spionageverdacht angeklagten estnischen Sicherheitsbeamten zu 15 Jahren Haft verurteilt. Zudem belegte das Gericht im nordwestlichen Gebiet Pskow den Mann mit einer Geldstrafe von 100.000 Rubel (etwa 1.400 Euro), wie der Anwalt Jewgeni Aksjonow der Agentur Interfax sagte. Die Staatsanwaltschaft hatte 16 Jahre Haft gefordert.

Die estnischen Behörden werfen Russland vor, den Beamten in Estland mit Waffengewalt entführt und über die Grenze verschleppt zu haben. Der Este Eston Kohver war am 5. September 2014 an der Grenze des EU-Landes nach Darstellung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB bei einem Spionageabwehr-Einsatz festgenommen worden. Er soll eine Waffe und viel Geld bei sich gehabt haben. Kohver beteuert seine Unschuld.

Die Entführung und anschließende illegale Verhaftung von Eston Kohver in Russland sei ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Mittwoch.  Außerdem habe Kohver von Anfang an kein Recht auf ein faires Verfahren gehabt. Es habe keine öffentliche Verhandlung zu dem Fall stattgefunden, auch der estnische Konsul habe bei Gericht nicht anwesend sein dürfen, und Kohver sei auch Rechtshilfe verweigert worden. "Trotz mehrfacher Aufforderungen konnten die russischen Stellen das Problem nicht lösen", beklagte Mogherini. Die EU fordere die umgehende Freilassung Kohvers und seine sichere Rückkehr nach Estland.

 

(APA/dpa)

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