Paris-Terror: Der Ablauf der Ereignisse

Um 21.20 Uhr ereignen sich am Freitag in Paris fast zeitgleich mehrere Schießerei. Eine Terror-Nacht begann.

Foto: Reuters, Grafik: Gregor Käfer

Bei beinah zeitgleichen Anschlägen an mindestens fünf verschiedenen Orten in Paris sind am Freitagabend mindestens 129 Menschen getötet worden. 352 Verletzte seien in Pariser Krankenhäuser gebracht worden, 99 schweben davon nach wie vor in Lebensgefahr. Im Folgenden ein Überblick zum Ablauf der Ereignisse:

Freitag:

- 21:20 Uhr: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor dem Stade de France in die Luft, als das Spiel Frankreich gegen Deutschland in der 17 Spielminute lief. Der Attentäter und Passanten sterben bei dem Anschlag. Das Stadium durfte aus Sicherheitsgründen nicht geräumt werden.

- 21:25 Uhr: Im 10. Arrondissement schießt ein Schütze auf Kunden der Bar "Le Carillon" und des Restaurants "Petit Cambodge". Dabei sterben 15 Menschen, 10 werden schwer verletzt.

- 21:30: Außerhalb des Stade de France detoniert eine zweite Bombe, der Selbstmordattentäter stirbt.

-21:32: Schützen eröffnen vor der Bar "A La Bonne Biere" im 11. Arrondissement das Feuer. Dabei kommen fünf Menschen ums Leben.

- 21:36: Vor dem Restaurant "La Belle Equipe" töten Schützen 19 Menschen, neun Personen werden schwer verletzt.

- 21:40: Ein Selbstmordattentäter zündet vor dem Restaurant "Le Comptoir Voltaire" eine Bombe.

- 21:40: Terroristen stürmen den Konzertsaal "Bataclan" während eines Konzerts. Sie schießen wahllos in die Menge und töten dabei 89 Menschen. Dutzende werden verletzt.

- 21:52: Ein dritter Attentäter jagt sich nahe dem Stade de France in die Luft.

- Präsident Francois Hollande, der noch vor Ende des Fußballspiels aus dem Stadion in Sicherheit gebracht wurde, trifft gegen 22.30 Uhr zu einer ersten Krisensitzung im Innenministerium ein.

- Die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen.

- Um 22.43 Uhr werden mindestens 35 Tote gemeldet.

- Die Pariser Krankenhäuser setzen einen Notfall- und Krisenplan in Kraft.

Samstag:

- Um 00.01 Uhr verhängt Hollande für ganz Frankreich den Ausnahmezustand. In einer Fernsehansprache spricht er von dutzenden Toten und vielen Verletzten: "Es ist entsetzlich."

- Um 00.15 Uhr kommt das Kabinett zu einer Krisensitzung im Elysee-Palast zusammen.

- Mehrere Metro-Stationen werden geschlossen.

- Hollandes Sozialisten, die konservativen Republikaner von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und die rechtsextreme Front National setzen den Wahlkampf für die Regionalwahlen aus.

- Um 00.30 Uhr stürmen Einsatzkräfte der Polizei das Bataclan.

- Die Schulbehörde ordnet an, dass Schulen und Universitäten am Samstag geschlossen bleiben.

- Das Bildungsministerium untersagt für dieses Wochenende alle Klassenausflüge.

- Um 1.11 Uhr vermeldet die Polizei rund hundert Tote im Bataclan.

- Hollande fährt zusammen mit Premierminister Manuel Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Justizministerin Christiane Taubira zum Bataclan.

- Der Präsident der Nationalversammlung, Claude Bartolone, ruft zur nationalen Einheit auf.

- Der französische Rat des Muslimischen Glaubens verurteilt die Anschläge auf das Schärfste.

- Der Élysée-Palast verkündet die Mobilisierung von 1.500 zusätzlichen Soldaten, um die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt zu verstärken.

- Das Innenministerium richtete eine Telefon-Hotline ein.

- Hollande ruft am Bataclan einen "erbarmungslosen" Kampf gegen den Terrorismus aus.

- Nachdem Hollande zuvor eine Schließung der Grenzen verkündet hatte, stellt das Außenministerium klar, dass es sich lediglich um verschärfte Grenzkontrollen handelt.

- Die Staatsanwaltschaft gibt eine neue Opferzahl von mindestens 120 Toten bekannt.

- Um 3 Uhr geben Ermittler bekannt, dass am Stade de France vier Menschen getötet wurden, darunter drei Attentäter.

- Auch die vier Attentäter im Bataclan sind tot. Drei von ihnen töteten sich nach Polizeiangaben selbst, indem sie Sprengstoffgürtel zündeten.

- Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat am Samstag ein Video veröffentlicht, in dem zu Anschlägen in Frankreich aufgerufen wird. "Solange ihr uns weiter bombardiert, werdet ihr nicht in Frieden leben können", sagt darin auf arabisch ein bärtiger Mann mit Verweis auf französische Lauftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien.

- Insgesamt starben mittlerweile mindestens acht Attentäter. Wie viele Attentäter an den Anschlägen tatsächlich beteiligt waren, ist unklar; mehrere Medien berichteten allerdings, dass alle Attentäter tot seien.

Sonntag:

- 00.31: Vater und Bruder eines Pariser Attentäters werden einvernommen.

- 09.21: Französische Ermittler haben ein zweites Auto der Attentäter von Paris östlich der französischen Hauptstadt gefunden. Nach Einschätzung der Ermittler bedeute dies, dass einem der drei Terrorkommandos die Flucht gelungen sei, berichtete der französische Sender Europe 1.

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(APA/AFP/Red.)

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