USA: Von der Weltmacht zur Weltraummacht?

Ein US-Gesetz regelt, wem Weltraum-Ressourcen gehören. Dabei gehört der Weltraum dank eines internationalen Vertrages eigentlich der gesamten Menschheit.

Die USA regeln Weltraumbeseitzverhältnisse - im Bild: die Atlas-V-Rakete soll ein Cygnus-Frachtschiff zur ISS bringen.
Die USA regeln Weltraumbeseitzverhältnisse - im Bild: die Atlas-V-Rakete soll ein Cygnus-Frachtschiff zur ISS bringen.
Die USA regeln Weltraumbeseitzverhältnisse - im – die Atlas-V-Rakete soll ein Cygnus-Frachtschiff zur ISS bringen. / Bild: APA/AFP/NASA/Aubrey Gemignani

Wem gehört der Weltraum? Eine große Frage, auf die es eigentlich bereits eine - zumindest völkerrechtliche - Antwort gibt: uns allen. Die USA rütteln allerdings an dieser Ansicht. In mehreren Schritten ist dort ein Gesetz in Kraft getreten, das den Behörden quasi die Lizenzvergabe der Schürfrechte für das Weltall erlaubt.

Der heikle Passus verbirgt sich im "U.S. Commercial Space Launch Competitiveness Act", der vor rund zwei Wochen von Senat und Kongress gebilligt und am 25. November schließlich von Präsident Barack Obama unterzeichnet worden war. Der Präsident erlaubt den US-Behörden damit, den Zugang zu Weltall-Ressourcen zu regeln. Verkehrsministerium und Verteidigungsministerium könnten gemeinsam mit der US-Weltraumagentur Nasa darüber entscheiden, wer ins All reisen darf und was dabei mitgebracht werden soll und kann.

Internationaler Vertrag regelt Weltraum

Dabei sieht die internationale Vereinbarung aus dem Jahr 1967 anders aus. Damals einigten sich 94 Länder unter dem Zeichen der UNO auf einen Weltraumvertrag - mittlerweile haben 104 Staaten unterzeichnet. Der "Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper" sollte die Nutzung der Ressourcen zu Gunsten der gesamten Menschheit klären. Ein an sich weitsichtiger Vertrag, schließlich war in den 60er-Jahren zwar die Mondlandung möglich, doch eine Besiedelung oder gar Abschöpfung von Rohstoffen etwa vom Mars oder ferner Asteroiden war undenkbar. Diese Zeiten haben sich geändert.

Das neue US-Gesetz rüttelt nun gewaltig an dem in seiner Basis über 50 Jahre alten Gesetz. "Jedwedes von einem Asteroiden im All gewonnenes Material ist Besitz der Körperschaft, die das Material gewonnen hat, die damit alle Besitzrechte daran gewinnt, im Einklang mit US-Bundesrecht und existenten internationalen Verpflichtungen", heißt es darin.

Im internationalen Vertrag ist die Selbstverpflichtung der Weltraumforschung "zum Vorteil und im Interesse aller Länder ohne Ansehen ihres wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungsstandes" festgeschrieben. "Nationale Aneignung durch Beanspruchung der Hoheitsgewalt", ist ausdrücklich verboten. Dass die USA einen Flecken Mars für sich beanspruchen, wäre also vertraglich ausgeschlossen. Einen möglichen Konflikt mit internationalen Verträgen hat zumindest der Kongress ausgeschlossen. Die internationalen Partner haben sich nocht nicht zu Wort gemeldet.

>> Zum Gesetzestext auf der US-Kongress-Homepage

(Red.)

Kommentar zu Artikel:

USA: Von der Weltmacht zur Weltraummacht?

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen