Kurdenmorde: „Ahmadinejad ist dringend mordverdächtig“

Der grüne Sicherheitssprecher Pilz wirft Irans Präsidenten erneut vor, in die Wiener Kurdenmorde von 1989 verwickelt zu sein.

(c) AP (Ronald Zak)

WIEN (APA, red.). Peter Pilz hatte den Vorwurf bereits 2005 erhoben, damals, als Mahmoud Ahmadinejad zum ersten Mal zum Präsidenten des Iran gewählt worden war. Am Donnerstag wiederholte der Sicherheitssprecher der Grünen bei einer Pressekonferenz die Anschuldigung: Ahmadinejad sei 1989 am Mord an Irans Kurdenführer Abdul Rahman Ghassemlou in Wien beteiligt gewesen. Im Juli 1989 hatten Ghassemlou und zwei seiner Mitstreiter mit iranischen Abgesandten in Wien verhandelt. Plötzlich stürmte ein Killerkommando die Wohnung und erschoss die Kurdenpolitiker. Nach Ansicht der meisten Beobachter hatte der iranische Geheimdienst den Oppositionellen eine Falle gestellt.

 

Präsident im Exekutionsteam

Es habe damals zwei iranische Teams gegeben: ein Verhandlungsteam und ein Exekutionsteam, sagte Pilz am Donnerstag. Ahmadinejad habe die Waffen besorgt und sei Mitglied des Exekutionsteams gewesen. Ob er selbst geschossen habe, lasse sich nicht mehr eindeutig eruieren.

Laut Pilz soll ein deutscher Waffenhändler 2006 Ahmadinejad vor Ermittlern des Wiener Landesamts für Verfassungsschutz belastet haben. Der Händler habe ausgesagt, in der ersten Juliwoche 1989 in Irans Botschaft über illegale Waffenlieferungen verhandelt zu haben. Dabei sei auch ein „gewisser Mohamed, welcher später Präsident der iranischen Republik wurde“ anwesend gewesen. Ahmadinejads Vorname ist freilich Mahmoud.

Pilz forderte, die Untersuchungen in dem Fall wiederaufzunehmen. „Ahmadinejad ist dringend mordverdächtig.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2009)

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