Spanien: Ex-Diktator Franco verliert Madrider Ehrentitel

33 Jahre nach seinem Tod erkennt die spanische Hauptstadt dem "Generalisimo" alle Ehrentitel ab. Franco war unter anderem Ehrenbürgermeister und Träger der Goldenen Medaille der Stadt.

Demo fuer Franco
Demo fuer Franco
(c) AP (Bernat Armangue)

Francisco Franco ist nicht mehr Ehrenbürgermeister von Madrid: Mehr als 33 Jahre nach dem Tod des spanischen Ex-Diktators hat die Hauptstadt dem "Generalisimo" alle Ehrentitel aberkannt. Der Stadtrat von Madrid entschied am Montag, Franco die Titel des Ehrenbürgermeisters und des Ehrenbürgers sowie die Ehrenmedaille und die Goldene Medaille der Stadt abzuerkennen.

Auch Francos Ehefrau Carmen Polo wurde die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Das Gremium billigte mit den Stimmen der konservativen Volkspartei (PP) und der Sozialisten (PSOE) einen Antrag der Vereinten Linken (IU). Zwei PP-Stadträte verließen allerdings während der Abstimmung den Sitzungssaal. "Es gibt in Madrid wichtigere Dinge zu tun", sagte einer von ihnen.

Franco hatte von 1939 bis zu seinem Tod 1975 an der Spitze eines diktatorischen Regimes in Spanien gestanden. Noch heute sind in spanischen Städten zahllose Straßen und Plätze nach dem Ex-Diktator und anderen Vertretern des Regimes benannt. Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero ließ vor zwei Jahren ein Gesetz verabschieden, das die Kommunen aufrief, die entsprechenden Straßennamen zu ändern. Vor Madrid hatten bereits 14 andere Städte dem Ex-Diktator ihre Ehrentitel aberkannt.

(Ag.)

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