Irritationen nach Iran-Visite Michael Häupls

Michael Häupls Iran-Reise sorgt für Irritationen. Auch die israelische Botschafterin übt Kritik.

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Michael Häupl – (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Wien. Michael Häupls Iran-Reise sorgt nach deren Ende noch für Irritationen. Talya Lador-Fresher, die israelische Botschafterin in Österreich, zeigte sich via Twitter verwundert. „Für einen hochrangigen österreichischen Politiker ist Israel während eines Iran-Besuchs also kein Thema“, stellte sie fest. Schon zuvor hatten die Grünen und die Organisation „Stop the Bomb“ die fünftägige Teheran-Visite des Wiener Bürgermeisters kritisiert.

„Ich hätte mir erwartet, dass Wien in seiner Stadtaußenpolitik als Menschenrechtsstadt humanitäre und menschenrechtliche Aspekte in den Vordergrund stellt“, hatte Joachim Kovacs, der Landessprecher der Wiener Grünen, erklärt. Zugleich hatte er den Karikaturenwettbewerb zum Holocaust angeprangert. „Während Häupl in antifaschistischen Sonntagsreden das ,Nie wieder‘ beschwört, will er offenbar mit den antisemitischen Ayatollahs ins Geschäft kommen“, hatte es in einer Stellungnahme von „Stop the Bomb“ geheißen.

 

Besucherreigen aus Wien

Häupl schloss mit dem Teheraner Bürgermeister, Mohammed Bagher Ghalibaf, ein Kooperationsabkommen ab und pries Wien als Urlaubsdestination an. Überdies traf er Ayatollah Akhbar Hashemi Rafsanjani. Der einflussreiche Ex-Präsident ist Chef des Schlichtungsrats und prononcierter Vertreter des moderaten Lagers, der dem obersten Führer, Ayatollah Ali Khamenei, schon des Öfteren die Stirn geboten hat.

Bundespräsident Heinz Fischer hatte im September den österreichischen Besucherreigen in Teheran eröffnet. In seinem Gefolge reisten Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, Außenminister Sebastian Kurz und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl samt einer großen Wirtschaftsdelegation. Vor drei Monaten folgte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.06.2016)

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