"Lage instabil": Russland schickt 10.000 Soldaten an Westgrenze

Verteidigungsminister Schoigu bezeichnet die Aufrüstung als "strategische Antwort auf die Handlungen" der Nato.

Putin, Schoigu
Putin, Schoigu
Putin, Schoigu – imago/ITAR-TASS

Als Reaktion auf die Nato-Aktivitäten in Osteuropa schickt Russland rund 10.000 Soldaten und 2000 Fahrzeuge an seine Westgrenze. "Die Handlungen der westlichen Kollegen zwingen uns zu einer strategischen Antwort", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge in Kubinka bei Moskau.

Schoigu hatte die "im Jahresverlauf" geplante Aufstockung mehrfach angekündigt, bisher aber keine konkreten Zahlen genannt. Zuletzt war von zwei neuen Divisionen im Westlichen Militärbezirk und einer dritten im Südlichen Militärbezirk die Rede. In Russland besteht eine Division demnach aus etwa 7.000 Soldaten.

"Lage instabil"

"Die Lage an der Westgrenze bleibt wegen der Aktivitäten der NATO und der USA instabil", sagte Schoigu. Es gehe darum, "mögliche Bedrohungen zu neutralisieren". Die USA und andere Nato-Staaten rückten immer weiter an Russland heran. Als Beispiel nannte Schoigu den im Mai eröffneten Teil des US-Raketenabwehrschirms in Rumänien. Russland sieht das System als massive Gefahr für seine Sicherheit.

Die Nato will auf dem Gipfel in Warschau am 8./9. Juli über die Entsendung von je einem Bataillon in vier Nachbarländer Russlands entscheiden: Polen, Litauen, Estland und Lettland. Deutschland ist bereit, das Bataillon in Litauen mit Hunderten Soldaten anzuführen. Insgesamt sollen 4000 zusätzliche Soldaten auf rotierender Basis stationiert werden.

(APA/dpa)

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