42 Cobra-Beamte in München im Einsatz

Auch in Österreich, Tschechien und vielen Deutschen Bundesländern wurde die Polizei am Freitag in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Cobra-Beamter bei einer Übung, Archivbild
Cobra-Beamter bei einer Übung, Archivbild
Cobra-Beamter bei einer Übung, Archivbild – APA

Noch nie gab es einen Terroranschlag so nah an der österreichischen Grenze. „Wir haben jetzt ganz konkret die Sicherheitsmaßnahmen wesentlich erhöht, damit wir in ganz Österreich voll einsatzfähig sind“, sagte der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, Freitagnacht im ORF. Bereits kurz nach der Terror-Attacke in München gab es von der bayrischen Polizei ein Ansuchen um Hilfe aus Österreich. Laut Kogler wurden umgehend 42 Beamte der Spezialeinheit Cobra nach München geschickt. Auf derartige Ernstfälle sei man vorbereitet. „Wir haben in der Vergangenheit im entsprechenden Verbund diese Einsätze mit Sondereinsatzkräften geübt“, sagte Kogler.

Auch in Österreich wurde die Polizei in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. „Wir haben entsprechende Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze gesetzt und entsprechende Stäbe aktiviert“, so der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit. Hinweise auf konkrete Gefährdungen gibt es aber keine. Bereits seit dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris durch Islamisten im Jänner 2015 gilt für ganz Europa eine „erhöhte abstrakte“ Terror-Gefahr. Seitdem hat es in Paris einen weiteren schweren Anschlag gegeben, in Nizza wurden zuletzt mehr als 80 Menschen bei einem Attentat mit einem LKW getötet.

Tschechien sichert Grenzen

Auch die Sicherheitsbehörden in Tschechien handelten sofort sofort und verstärkten die Polizeistreifen im Grenzgebiet zu Deutschland. „Vor allem für den Fall, dass einer der Täter versuchen sollte, aus Deutschland zu fliehen“, sagte Innenminister Milan Chovanec am Freitag dem tschechischen Fernsehen CT.

Auch in vielen Einkaufszentren in Tschechien werde die Polizeipräsenz erhöht, kündigte er an. „Der barbarische Angriff von München zeigt, in was für einer gefährlichen Welt wir leben“, schrieb der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek auf Twitter. „Ich fühle mit unseren bayerischen Nachbarn“, fügte er hinzu. Auch in deutschen Bundesländern wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde die Polizei in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Das gelte für alle Polizeieinheiten, sagte Regierungssprecher Thomas Breustedt der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen Bericht der „Rheinischen Post“.
Es gehe dabei um den Schutz von Großveranstaltungen und größeren Menschenansammlungen. Details nannte er nicht.

Es handle sich aber ausdrücklich um eine Reaktion auf die Vorfälle in München. Auch in Baden Württemberg und anderen Bundesländern herrscht erhöhte Alarmbereitschaft. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hatte bereist vor einiger Zeit ganz Deutschland zu einem potenziellen Terrorziel erklärt, da Deutschland sich in einer „Koalition“ befinde, die den Terror des „Islamischen Staates“ bekämpfe. (jil/ag.)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2016)

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