Fischer traf Putin bei Waldaj-Debatte

Ex-Bundespräsident Fischer beklagt das Zerwürfnis zwischen Russland und dem Westen und mahnt Russland sanft. Putin droht mit einer Eskalation in Syrien.

SOCHI RUSSIA OCTOBER 27 2016 Russia s President Vladimir Putin L and Austria s former Preside
SOCHI RUSSIA OCTOBER 27 2016 Russia s President Vladimir Putin L and Austria s former Preside
imago/ITAR-TASS

Ex-Bundespräsident Heinz Fischer traf beim traditionellen „Waldaj“-Treffen von Russlandexperten in Sotschi mit Kreml-Chef Wladimir Putin zusammen. Der Debattierklub gilt als Kreml-nahe. Fischer, dessen viertelstündige Wortmeldung live im russischen TV übertragen wurde, beklagte das Zerwürfnis zwischen Russland und der EU bzw. Nato. Moskau mahnte er sanft, dass es berücksichtigen müsse, „dass Aktionen im Zusammenhang mit Streitkräften, die nicht im Einklang mit dem Völkerrecht stehen, die europäische Öffentlichkeit irritieren.“ Fischer nannte die Krim als Beispiel. Die Schlacht von Aleppo zeige, wie schwierig es sei, Anti-Terror-Kampf und das Bombardieren unschuldiger Zivilisten voneinander zu trennen.

Putin drohte in Sotschi indirekt mit einer weiteren militärischen Eskalation in Syrien und warf den USA vor, das Bemühen um ein Ende des Blutvergießens zu hintertreiben. Vor dem Außenministertreffen der Verbündeten Russland, Syrien und Iran heute in Moskau dementierte der Kreml alle Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner Syrien-Politik als „absurd“. Der Flottenverband unter der Führung des Flugzeugträgers Admiral Kusnezow, der derzeit im Mittelmeer unterwegs ist, sei keineswegs zur Unterstützung der Luftangriffe auf Aleppo gedacht.

((APA/ag.))

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