Festnahmen nach Anschlag in Izmir

Nach dem tödlichen Anschlag in der Millionenmetropole wurden zwei Angreifer erschossen und 18 Personen festgenommen.

Izmir nach dem Anschlag
Izmir nach dem Anschlag
Izmir nach dem Anschlag – APA/AFP (EMRE TAZEGUL)

Nach dem Anschlag in der türkischen Stadt Izmir hat die Polizei 18 Personen festgenommen. Wie Justizminister Bekir Bozdag am Freitag weiter mitteilte, gibt es in der Regierung keine Zweifel, dass die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Gewaltakt steckt.

Bei der Explosion einer Autobombe und einer Schießerei vor einem Gerichtsgebäude in Izmir am Donnerstag kamen zwei Menschen ums Leben. Der Zwischenfall wirft ein weiteres Schlaglicht auf die angespannte Sicherheitslage in der Türkei, wo zuletzt ein Attentäter in der Silvesternacht 39 Besucher eines Nachtclubs in Istanbul tötete.

Laut dem türkischen Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak der Polizei sei es in Izmir gelungen, ein "sehr großes Massaker" zu verhindern. Die Terroristen hätten zwei Schnellfeuergewehre, eine Panzerfaust mit acht Granaten sowie acht Handgranaten mit sich geführt, erklärte der Vize-Premier.

PKK wird verantwortlich gemacht

Der Gouverneur von Izmir Erol Ayyildiz erklärte am Tatort, die bisherigen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Anschlag stecke.

Ayyildiz sagte, nach der Detonation vor dem Justizgebäude sei es zu einem Schusswechsel gekommen, bei dem zwei Terroristen getötet worden seien. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, nach einem dritten Angreifer werde gesucht.

Der Gouverneur von Izmir erklärte, die Polizei habe den zur Bombe umgebauten Wagen vor dem Gericht stoppen wollen. Er bestätigte nicht, dass einem der Angreifer die Flucht gelungen sei. Ein zweites verdächtiges Fahrzeug sei kontrolliert gesprengt worden.

Drittgrößte Stadt der Türkei

Izmir ist die drittgrößte Stadt der Türkei. Von der Eskalation der Gewalt im Land seit Sommer 2015 ist sie bisher weitgehend verschont geblieben. Schwere Anschläge waren dort seitdem nicht verzeichnet worden. Alleine in den vergangenen vier Wochen kam es in der Türkei zu einer ganzen Reihe terroristischer Angriffe, die insgesamt mehr als 100 Menschen das Leben kosteten.

Am 10. Dezember sprengten sich Attentäter der PKK-Splittergruppe TAK in Istanbul nach einem Fußballspiel in die Luft (mindestens 45 Tote). Die TAK war auch verantwortlich für einen Anschlag im zentralanatolischen Kayseri eine Woche später (14 Tote). Am 19. Dezember wurde der russische Botschafter in Ankara erschossen. In der Silvesternacht kam es dann zu dem Terrorangriff in Istanbul.

Die Türkei kommt nun auch 2017 nicht zur Ruhe: In der Silvesternacht hatte ein Terrorist in einem Club in Istanbul 39 Menschen getötet. Die Verantwortung für die Tat in Istanbul hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich reklamiert.

 

(Ag./Red.)

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