Terror in St. Petersburg: Warum Berlin das Brandenburger Tor nicht anstrahlte

Anders als nach Terrorakten wie in Paris, Brüssel oder Orlando erleuchtete das Wahrzeichen am Montag nicht in den russischen Nationalfarben.

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Archivbild: Das Brandenburger Tor am Rande einer Demo vergangene Woche
Archivbild: Das Brandenburger Tor am Rande einer Demo vergangene Woche – imago/STPP

Das Bild des Eiffelturms mit den Farben der französischen Nationalflagge nach dem Pariser Attentat im November 2015 ging um die Welt. Seitdem wurde auch das Brandenburger Tor, wie viele andere Wahrzeichen, nach Terroranschlägen aus Solidarität mit den Opfern sieben Mal angestrahlt - zuletzt nach dem Attentat in London Mitte März.

Nach dem Attentat in der U-Bahn von St. Petersburg sollte das Brandenburger Tor am Montagabend aber nicht in den russischen Nationalfarben beleuchtet werden. Das sagte ein Senatssprecher der Deutschen Presse-Agentur. St. Petersburg sei keine Partnerstadt von Berlin, hieß es zur Begründung.

Grundlage für die Entscheidung ist offenbar ein Leitfaden, der von der Berliner Staatskanzlei erarbeitet worden war, berichtete der Sender "rbb" Ende März. Demnach habe der Bürgermeister entschieden, das Tor nur im Falle von Terrorakten in Partnerstädten zu bestrahlen.

Ausnahme bei "besonderer Beziehung"

So erstrahlte nach Anschlägen wie in Paris, Brüssel, London und Istanbul das Brandenburger Tor in den jeweiligen Nationalfarben. Nach dem Massaker eines islamistischen Attentäters in einem Schwulen-Club in Orlando in Florida mit rund 50 Toten im vergangenen Sommer war das Brandenburger Tor in die Regenbogenfarben der Schwulenbewegung getaucht gewesen. Auch, nachdem Ende Jänner ein Islamist mit einem Lkw in Jerusalem in eine Gruppe israelischer Soldaten gerast war, wurde das Berliner Wahrzeichen beleuchtet - obwohl es sich weder bei Jerusalem noch bei Orlando um Partnerstädte handelt.

Die Stadtverwaltung begründete die Ausnahmen damit, dass es sich um Orte handle, "zu denen Berlin eine besondere Beziehung habe." Zu St. Petersburg hat Berlin diese Bindung demnach nicht.

>>> Bericht von rbb.

(APA/dpa)

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