Die Amour fou zwischen Bibi und Manu

Brigitte Macron, die künftige Première Dame, reagiert auf den Altersunterschied von 24 Jahren allergisch. Die ehemalige Französisch- und Lateinlehrerin agiert als Coach und Beraterin ihres Exschülers.

Brigitte Macron, die künftige Premiere Dame?
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Brigitte Macron, die künftige Premiere Dame?
Brigitte Macron, die künftige Premiere Dame? – (c) APA/AFP/MARTIN BUREAU (MARTIN BUREAU)

In mehrerlei Hinsicht, nicht zuletzt durch sein Privatleben, hat Emmanuel Macron die Verhältnisse in Frankreich auf den Kopf gestellt. Von Madame Pompadour, der Mätresse von König Ludwig XV., bis hin zum singenden Ex-Model Carla Bruni, der Journalistin Valérie Trierweiler und der Schauspielerin Julie Gayet hielten es die Franzosen für gottgegeben, dass Frauen und Geliebte der Monarchen und Ersatzmonarchen im Élysée-Palast deren Töchter hätten sein können. Bei Macron ist es umgekehrt: Der 39-Jährige ist 24 Jahre jünger als seine Frau, Brigitte – und somit jünger als zwei ihrer drei Kinder. Dass seine Frau inzwischen siebenfache Großmutter ist, sorgt für reichlich Häme.

Als sich die Französisch- und Lateinlehrerin und ihr Schüler vor mehr als 20 Jahren in einer Theatergruppe im Jesuitengymnasium in der nordfranzösischen Provinzstadt Amiens kennen- und lieben lernten, wussten die Tochter der alteingesessenen Confiseriedynastie Trogneux und der Arztsohn, dass ihre Amour fou die bürgerlichen Konventionen sprengen würde. Ihre Beziehung vertiefte sich noch, als sie gemeinsam ein Theaterstück schrieben. „Er hat sich stets gut mit seinen Lehrern verstanden“, sagte sie kokett.

Ihre Liebe widerstand allen Anfechtungen. Auf Drängen seiner Eltern absolvierte Macron seine Matura an einem Pariser Elitegymnasium. „Sie werden mich nicht los. Ich werde wiederkommen und Sie heiraten“, schwor er. Es dauerte schließlich bis 2007, bis nach dem Tod von Brigittes Eltern, dass er sein Versprechen einhielt.

Für Aufsehen und Gerüchte sorgt das ungleiche Paar seit jeher, es ging offen – und zum Teil offensiv – damit um. Für ein Cover der Illustrierten „Paris Match“ posierten Bibi und Manu im Badedress am Strand. Auf Fragen nach dem Altersunterschied, die sie einst mit Ironie pariert hat, reagiert Brigitte Macron inzwischen allergisch. Im Wahlkampf gab sie gar keine Interviews mehr. Von russischen Medien gestreute Spekulationen über ein Doppelleben ihres Mannes, über eine vermeintliche Homosexualität, sollen sie sehr gekränkt haben, berichteten Vertraute.

Wie einst bei Schulaufführungen sitzt die zierliche Blondine mit dem breiten Lächeln auch bei den Reden ihres Mannes in der ersten Reihe. Wie in der Schule gilt sie als Coach und Beraterin, gibt ihm Tipps und bewertet seine Auftritte. Im Wahlkampf wich sie kaum von seiner Seite. Die wahrscheinlich künftige Première Dame, eine auffällige Erscheinung mit ihrer Löwenmähne, den hochhackigen Pumps und dem Faible für kurze Röcke, wird mit ihrem Chic womöglich Modetrends setzen – und viele Französinnen werden sich den Mund über sie zerreißen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.05.2017)

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