Syrischer Kampfjet abgeschossen: Russland droht US-Koalition

Flugzeuge und Drohnen der US-Koalition westlich des Euphrats sollen für Russland künftig als potenzielle Ziele des Militärs gelten.

Im Visier der US-geführten Koalition steht derzeit besonders die IS-Hochburg Raqqa.
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Im Visier der US-geführten Koalition steht derzeit besonders die IS-Hochburg Raqqa.
Im Visier der US-geführten Koalition steht derzeit besonders die IS-Hochburg Raqqa. – APA/AFP/DELIL SOULEIMAN

Nach dem Abschuss eines syrischen Kampfflugzeuges durch eine US-Maschine hat Russland mit Angriffen im syrischen Luftraum gedroht. Wo die russische Luftwaffe in Syrien operiere, werde sie jedes fliegende Objekt künftig als Ziel betrachten, meldeten russische Nachrichtenagenturen am Montag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Außerdem setze das Ministerium seine Kontakte mit den USA zur Verhinderung von Zwischenfällen im syrischen Luftraum aus. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die USA diese Kommunikationskanäle vor dem Abschuss des syrischen Flugzeuges nicht genutzt hätten.

Der Verteidigungspolitiker Franz Klinzewitsch vom Föderationsrat nannte den Abschuss eine Provokation gegen Russland. Moskau unterstützt in Syrien die Führung von Präsident Bashar al-Assad.

Syrien bestreitet Angriff

Nach Darstellung der US-Streitkräfte hatte das syrische Kampfflugzeug von den USA unterstützte Rebellen bombardiert. Die syrische Armee bestritt Angriffe auf die Rebellen. Stattdessen habe der Kampfjet Stellungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) attackiert.

Das mit Syrien verbündete Russland mahnte die USA, die territoriale Integrität Syriens zu respektieren. Die russische Luftwaffe ist auf Bitten der syrischen Regierung in dem Land. Die USA und andere Staaten setzen ihr Militär dort auf eigenen Entschluss ein.

Russland verurteilte den Abschuss eines syrischen Kampfjets durch ein US-Flugzeug als "Akt der Aggression". Die USA verletzten damit zum wiederholten Mal in Syrien das Völkerrecht, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax zufolge am Montag in Moskau.

Das russische Militär kündigte an, künftig Flugzeuge und Drohnen der Koalition westlich des Flusses Euphrat als potenzielle Ziele ins Visier zu nehmen.

SDF und USA gegen Regierung und Russland

Der syrische Jagdbomber vom Typ Suchoi Su-22 war am Sonntag bei Gefechten um die IS-Hochburg Raqqa in Nordsyrien getroffen worden. Das Flugzeug habe zuvor Bomben in der Nähe von Einheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) abgeworfen, erklärte das US-Verteidigungsministerium.

Die SDF sind mit der internationalen Koalition verbündet, die in Syrien und dem Irak gegen die Terrormiliz Islamischer Staat kämpft. Nach syrischen Angaben hatte die Su-22 nur IS-Stellungen angegriffen.

Die US-geführte Koalition geht nach eigenen Angaben nicht gegen Assads Truppen vor. In den vergangenen Wochen hat sie aber mehrfach syrische oder iranische Einheiten beschossen, die US-Soldaten oder ihren Verbündeten zu nahe kamen.

(APA/dpa)

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