"Identitäre Bewegung" will Migranten im Mittelmeer abfangen

Die Rechtsextremisten wollen die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer durch NGOs blockieren. Ein gechartertes Schiff wurde in ägyptischem Gewässer gestoppt.

Die Flagge der "Identitären Bewegung", die nun im Mittelmeer ein Schiff gechartert hat.
Die Flagge der "Identitären Bewegung", die nun im Mittelmeer ein Schiff gechartert hat.
Die Flagge der "Identitären Bewegung", die nun im Mittelmeer ein Schiff gechartert hat. – imago/Christian Mang

Anhänger der rechtsextremen Organisation "Identitäre Bewegung" wollen Migranten vor der Küste Libyens abfangen und sie zurück nach Afrika bringen. Ein dafür gechartertes Schiff, das sich auf dem Weg ins Mittelmeer befindet, ist von ägyptischen Behörden am Sueskanal aufgehalten worden.

Verschiedene Medien hatten berichtet, dass das Schiff zum Ankern gezwungen worden war, weil der Kapitän erforderliche Papiere nicht habe vorlegen können. "Es war eine reine Routinekontrolle", erklärte dagegen Daniel Fiß von der "Identitären Bewegung" am Freitag. Berichte, die "C-Star" habe bewaffnete Einheiten an Bord, wies er als Gerüchte zurück. Man gehe davon aus, die Fahrt nach Sizilien demnächst fortsetzen zu können.

Die "Identitären", die in Österreich vom Verfassungsschutz beobachtet werden und sich gegen vermeintliche Überfremdung wenden, beteiligen sich wie andere Rechts-Aktivisten aus Deutschland, Frankreich und Italien an dem Projekt "Defend Europe". Die Mission wolle "Europa (...) verteidigen" und gegen die "Schlepperschiffe vermeintlich "humanitärer" NGOs an der italienischen Küste vorgehen". Im Mittelmeer sind um die zehn Hilfsorganisationen im Einsatz, die Migranten aus Seenot retten. Für rechte Aktivisten sind die privaten Retter seit langem ein Feindbild.

In Italien formiert sich inzwischen Widerstand gegen die Mission der Rechts-Aktivisten: Für Samstag ist am Hafen im sizilianischen Catania eine Kundgebung geplant. Eigentlich soll die 40 Meter lange "C-Star" dort anlegen. Ob es dazu kommt, ist unklar - denn mittlerweile setze sich dagegen auch Catanias Bürgermeister Enzo Bianco zur Wehr, sagte Fiß.

(APA/dpa)

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