AfD: Die Rechten entern den Bundestag

breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Dass die AfD bei den Bundestagswahlen im September 2017 in den deutschen Bundestag einzieht, daran zweifelt niemand. Erstmals seit 1949 zieht eine Partei rechts der CDU/CSU ins Parlament ein - doch die "Alternative für Deutschland" ist selbst ziemlich gespalten. Das rechte Lager setzte sich immer mehr gegen das nationalkonservative durch.

(c) APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (JOHN MACDOUGALL)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Alexander Gauland

Der AfD-Spitzenkandidat gilt als Favorit im Rennen um den Fraktionsvorsitz. Zuletzt erntete er Kritik wegen seiner Kyffhäuser-Rede, in der er einen Schlussstrich unter die Nazi-Zeit forderte. Die Deutschen hätten das Recht, "stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen". Er ist ein bekennender Anhänger Björn Höckes, dem Chef des Thüringer Landesverbandes. Höcke gilt als der Rechtsausleger der AfD. Höcke selbst kandidiert aber nicht für ein Bundestagsmandat.

Tiefpunkt des Gauland-Wahlkampfs war folgende Aussage über die Integrationsbeautragte Aydan Özoguz: "Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei dank, in Anatolien entsorgen können." 

REUTERS
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Alice Weidel

Die zweite Spitzenkandidatin der AfD ist Alice Weidel. Sie  sorgte im Wahlkampf ebenso für einiges Aufsehen. Bis zu ihrer Wahl zur AfD-Spitzenkandidatin war die promovierte Volkswirtin aus Baden-Württemberg in Deutschland weitgehend unbekannt. Sie repräsentiert den wirtschaftsliberalen Flügel der Partei. Anders als die Rechtsnationalen ist Weidel für eine "gesteuerte qualifizierte Zuwanderung", aber auch gegen eine "Politik der offenen Grenzen", die muslimische Armutsmigranten ohne Qualifikation nach Deutschland locke. Die Unternehmensberaterin lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung mit ihrer Lebensgefährtin und zwei Kindern am Bodensee. Die größte Bedrohung für Homosexuelle gehe aktuell von muslimischen Migranten aus, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus religiösen Gründen ablehnten, sagte Weidel im Wahlkampf einmal und versuchte die Stimmen von Homosexuellen zu werben.

REUTERS
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Frauke Petry

Sie ist zwar Parteichefin, aber nicht mehr lange. Frauke Petry hat in ihrem Wahlkreis ein Direktmandat errungen. Nach der Wahl machte sie klar: Sie wolle der AfD-Fraktion nicht angehören und auch einen Austritt aus der Partei solle es bald geben.

Schon vor der Wahl war Petry auf Distanz zu den beiden Spitzenkandidaten ihrer Partei gegangen. Sie verstehe, wenn die Wähler über Äußerungen von Alice Weidel und Alexander Gauland "entsetzt" seien, sagte Petry der "Leipziger Volkszeitung" vom Mittwoch. Der Flügelkampf der AfD könnte sich also im Parlament fortsetzen.

APA/AFP/DPA/SEBASTIAN WILLNOW
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Beatrix von Storch

Die Rechtsanwältin und AfD-Chefin von Berlin ist eine der härtesten Kritikerinnen von Merkels Flüchtlingspolitik. Anfang 2016 befürwortete sie auf Facebook den Einsatz von Waffen auch gegen Kinder bei illegalen Grenzübertritten. Erst nach öffentlichen Protesten ruderte sie zurück. Von Storch ist die Nummer eins auf der Landesliste Berlin.

APA/AFP/ODD ANDERSEN
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Martin Reichardt

Die Nummer eins der Landesliste Sachsen-Anhalt nennt den SPD-Politiker Heiko Maas auf Facebook eine "Schande für das Amt" des Justizministers, weil er den Islam als Teil Deutschlands bezeichnet. Die SPD-Politiker Ralf Stegner und Martin Schulz tituliert er als "antidemokratische Hetzer". Merkel wies er wegen ihrer Flüchtlingspolitik eine Mitverantwortung für die Anschläge in Deutschland zu.

imago/Christian Ditsch
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Jürgen Pohl

Die Nummer zwei der Thüringer Landesliste hat nach Medienberichten den Vertretern der Bundestagsparteien massiv gedroht. "Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten. Dann richtet das Volk, dann Gnade euch Gott", wird der Rechtsanwalt zitiert.

imago/Christian Ditsch
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Petr Bystron

Der AfD-Landeschef in Bayern wird vom Landesverfassungsschutz beobachtet. Grund ist seine Nähe zu der völkischen Identitären Bewegung. Nach Medienberichten erklärte er: "Das ist eine Vorfeld-Organisation der AfD und die müssen wir unterstützen." Bystron tritt auf Platz vier der bayerischen Landesliste an.

imago/ZUMA Press