7 Entwicklungen, die 2018 die Weltpolitik beherrschen werden

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Welche Ereignisse werden 2018 die Weltpolitik beherrschen? Natürlich ist das schwer vorhersehbar. Doch die renommierte US-amerikanische Denkfabrik „Council on Foreign Relations“ (CFR) hat eine Top-7-Liste mit politischen Entwicklungen erstellt, die im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich im Fokus stehen werden.

REUTERS/Jonathan Ernst
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Irans Wettstreit um regionale Hegemonie

Für den Iran war 2017 ein gutes Jahr. Und auch 2018 werde das schiitische Land versuchen, seine Macht in der arabischen Welt auszubauen, meint CFR. In den vergangenen Monaten gewannen die Verbündeten des Mullah-Regimes – auch auf Zutun des Irans - in der Region an Boden: Syriens Machthaber Bashar al-Assad sei in Damaskus fest im Sattel, ebenso wie die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat verlor ein Großteil ihres Territoriums im Irak und in Syrien. Im Jemen halten die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen Saudiarabien in Schach – den iranischen Hauptkonkurrenten in der Region, der von den USA unterstützt wird. Ein weiterer günstiger Faktor für den Iran komme zu alldem hinzu: Trotz Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Washington den Atomdeal noch nicht aufgekündigt. Gleich zu Jahresbeginn hat die islamische Republik allerdings einen Rückschlag erlitten: Landesweite Proteste gegen das Regime erschüttern das Land.

REUTERS
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Nordkorea und die Atombombe

Mit aller Kraft will Donald Trump verhindern, dass Nordkorea sein Ziel, die USA mit einer atomar bestückten Rakete zu attackieren, erreicht. Das machte er durch wütende Tweets klar: Pjöngjang drohe „Feuer und Zorn“. Das stalinistische Regime ließ sich davon nicht beeindrucken: Nach dem erfolgreichen Test einer Langstreckenrakete im November verkündete es, nun das gesamte US-Festland erreichen zu können. Das verbale und militärische Säbelrasseln Trumps komme auf lange Sicht nicht den USA zu Gute, meint CFR: „Aufgrund der derzeitigen Spannungen ist es möglich, dass ein Krieg nicht aus Berechnung, sondern aus Fehlkalkulation ausgelöst wird.“

REUTERS/Damir Sagolj/File Photo
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Die Krise in Venezuela

So schlimm die Lage in Venezuela 2017 war, im kommenden Jahr könnte es noch schlechter um das Land stehen, sagt CRF. Denn der erdölreichste Staat der Welt wird von seinem Präsidenten Nicolás Maduro langsam aber sicher in den Bankrott getrieben: Der Internationale Währungsfond prognostiziert, dass die Inflation 2018 2300 Prozent übersteigen wird; es fehlt an Nahrungsmitteln und Medizin. Hinzu kommt die politische Krise: Stetig reißt Maduro immer mehr Macht an sich, schaltet die Opposition aus und unterwirft das Verfassungsgericht seinen Wünschen. Bei Anti-Regierungsprotesten starben 2017 mehr als 100 Menschen, Tausende flohen ins Ausland. US-Präsident Donald Trump hat eine militärische Intervention erwägt.

REUTERS/Carlos Garcia Rawlins T
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Trump auf Handelskollisionskurs

Die „schrecklichen“ Handelsabkommen der USA sind US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge. Und 2018 werde er auf dieser Front in die Offensive gehen, meint CFR: Das Weiße Haus erwäge Strafmaßnahmen gegen chinesische Handelspraktiken, lege sich mit der Internationalen Handelsorganisation (WTO) an und vergräme seine Nachbarn Kanada und Mexiko mit dem überarbeiteten Nafta-Abkommen. Vergeltungsschläge amerikanischer Handelspartner seien wahrscheinlich, sagt CFR. Und: Trumps Handelsdeals könnten das Grundübel, nämlich das US-Handelsdefizit, nicht beseitigen. Denn dafür seien die Amerikaner selbst verantwortlich. Sie konsumierten weitaus mehr als sie ansparten.

REUTERS/Jonathan Ernst
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Chinas Expansionspläne

Die Wahl Trumps zum US-Präsidenten machte 2017 den Weg für einen neuen starken Mann auf der politischen Weltbühne frei: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Bei dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag im November hob der Parteikongress den Politiker auf eine Ebene mit Staatsgründer Mao Zedong. Xi werde seine neu gewonnene Macht im kommenden Jahr nutzen, um Chinas Einfluss in der Welt zu stärken, ist CFR überzeugt: Einerseits durch Wirtschaftsdiplomatie im Rahmen der Infrastrukturinitiative „Ein Gürtel, eine Straße“. Andererseits durch ein bestimmteres Auftreten in seinem regionalen Dunstkreis in Asien. Ist es der Beginn für eine neue Weltordnung?

REUTERS/Jason Lee/File Photo
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Trumps Russland-Verbindungen

Es ist ein innenpolitische Knüller in den USA, doch die Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller können weltweite Auswirkungen haben. Die Frage, die im Mittelpunkt der Ermittlungen steht: Gab es illegale Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam des US-Präsidenten und Russland, um Donald Trump zum Sieg gegen Hillary Clinton zu verhelfen? Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten droht dem Präsidenten sogar ein Amtsenthebungsverfahren. Darüber hinaus werden die Warnungen vor einer Verfassungskrise immer lauter: Kritiker werfen Trump vor, Mueller kündigen zu wollen und auf andere Art in die Ermittlungen einzugreifen, um unliebsame Wahrheiten zu vertuschen. „Amerikas Demokratie steht auf dem Prüfstand“, meint CFR dazu.

(c) REUTERS (Joshua Roberts)
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Demokratie in Gefahr?

Propagandisten in autoritären Staaten wie China und Russland sehen sich bestätigt. Denn auf der ganzen Welt gaben Demokratien 2017 kein gutes Bild ab. Im Fokus standen aber wohl die Entwicklungen in Europa und den USA. Während in der Türkei Präsident Recep Tayyip Erdogan (im Bild) zunehmend den Rechtsstaat unterminiert, droht die EU Polen aus Sorge vor politischer Einflussnahme auf die Justiz mit dem Entzug seiner Stimmrechte und Spanien fürchtet eine Abspaltung Kataloniens. Zugleich verlieren Zentrumsparteien bei Wahlen EU-weit Stimmen an die populären Extreme zu beiden Seiten. Sogenannte illiberale Demokratien, in der demokratisch gewählte Politiker politische Grundrechte zunehmend einschränken, sind im Aufschwung. Und auch in den USA gibt die Demokratie unter Donald Trump kein gutes Bild ab. Ist also das Ende der Demokratien gekommen, fragt CFR. „Nein“, lautet die Antwort. Doch die Bürger sollten ihre demokratische Macht bedacht einsetzen, befindet die Denkfabrik.

>>> Zum Bericht des "Council of Foreign Relations".

APA/AFP/OZAN KOSE
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