Syrien: Kampf um Idlib für Zivilisten immer bedrohlicher

Regierungstruppen rücken auf die letzte Rebellen-Provinz vor. Bei Luftschlägen starben Dutzende Menschen. 60.000 Menschen sind aus der Region zuletzt geflüchtet.

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In Idlib wird die Situation für Zivilisten immer gefährlicher.
In Idlib wird die Situation für Zivilisten immer gefährlicher. – APA/AFP/OMAR HAJ KADOUR

Die Eskalation der Gewalt im Nordwesten Syriens macht die humanitäre Lage für zehntausende Zivilisten immer dramatischer. Allein in den vergangenen beiden Monaten flohen mehr als 60.000 Menschen aus Orten der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib und Nachbargebieten vor Gefechten und Bombardierungen, wie das UNO-Nothilfebüro Ocha am Montag erklärte.

Bei Luftangriffen am Sonntag starben nach Angaben von Aktivsten mindestens 21 Zivilisten. "Die Situation ist extrem schlimm", sagte die Ocha-Sprecherin in Syrien, Linda Tom, der Deutschen Presse-Agentur. Die Lager für Vertriebene in der Region hätten bereits ihre Kapazität erreicht. Hilfsorganisationen hätten Probleme, den wachsenden Bedarf zu decken. Kaltes und nasses Winterwetter macht die Lage noch schwieriger.

Idlib noch in Rebellenhand

Idlib ist die letzte Provinz des Bürgerkriegslandes, die noch fast vollständig unter Rebellenkontrolle steht. In dem Gebiet an der Grenze zur Türkei leben nach UNO-Angaben mehr als 2,5 Millionen Menschen, darunter mehr als eine Million Vertriebene. Beobachter befürchten, dass viele von ihnen in die Türkei fliehen wollen, wenn die Gefechte weiter gehen und die Regierungstruppen vorrücken.

Seit Beginn des Bürgerkriegs im Frühjahr 2011 sind nach UNO-Angaben fast 5,5 Millionen Syrer in benachbarte Länder geflohen. Mehr als sechs Millionen wurden innerhalb des Landes vertrieben.

Die Regierungsgegner in Idlib werden vom syrischen Ableger der Terrororganisation al-Qaida dominiert. Russland und der Iran als Verbündete der Regierung und die Türkei als Unterstützer der Rebellen hatten Idlib im vergangenen Jahr zu einer sogenannten Deeskalationszone erklärt. Dennoch nahm die Gewalt dort zuletzt zu.

(APA/dpa)

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