Afrikanische Union: Malawis Präsident löst Gaddafi ab

Malawis Präsident Mutharika übernimmt den Vorsitz der 53 Staaten der "Afrikanischen Union". Libyens Gaddafi wäre gerne an der Spitze der Union geblieben.

Mutharika
Mutharika
(c) EPA (Str)

Der malawische Präsident Bingu wa Mutharika hat am Sonntag den Vorsitz der Afrikanischen Union (AU) übernommen. Beim AU-Gipfel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba trat Mutharika die Nachfolge des bisher amtierenden AU-Präsidenten, des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, an. Zu Beginn des dreitägigen Gipfeltreffens gedachten die Teilnehmer der mehr als 170.000 Todesopfer des Erdbebens in Haiti.

"Ich nehme diese Verantwortung in Demut an", erklärte Mutharika vor den Vertretern der insgesamt 53 AU-Staaten. Afrika sei "kein armer Kontinent" und habe viele Ressourcen, allerdings seien die afrikanischen Völker arm, sagte Mutharika. Es gebe viele afrikanische Wissenschafter, Ingenieure und Künstler, die sich in westlichen Ländern aufhielten und zu deren Wachstum beitrügen. Mutharika rief zudem seine afrikanischen Partner zum Handeln auf, die Zeit sei gekommen, die Entwicklung auf dem Kontinent voranzutreiben.

Gaddafi sagte, Afrika müsse mit "einer Stimme" sprechen und eine gemeinsame Außenpolitik vertreten, um gehört zu werden. Zuvor hatte er den Wunsch geäußert, AU-Präsident zu bleiben, obwohl der Vorsitz jährlich wechselt. Bei der Ernennung Mutharikas sagte er schließlich, der Posten des AU-Präsidenten genieße "keinerlei Vorrecht". "Ich brauche keinen Titel, ich bleibe auch so an der Spitze des Kampfes für die AU", sagte Gaddafi.

Der dreitägige Gipfel dürfte sich auch mit der Lage im Sudan und in Somalia beschäftigen. In einem Jahr soll in einer Volksabstimmung darüber entschieden werden, ob der christlich geprägte Südsudan unabhängig vom muslimisch dominierten Rest des Landes wird. Wegen der Gewalt islamistischer Aufständischer in Somalia bemüht sich die AU darum, ihre dortige Friedenstruppe von UN-Blauhelmen ablösen zu lassen.

(Ag. )

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