Polens Regierungschef sieht Defizite Deutschlands bei Sicherheit

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki wirft Deutschland, ohne es direkt beim Namen zu nennen, vor, den Zusammenhalt der NATO zu riskieren.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki: Wenn du den Frieden willst, rüste dich für den Krieg
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Ministerpräsident Mateusz Morawiecki: Wenn du den Frieden willst, rüste dich für den Krieg
Ministerpräsident Mateusz Morawiecki: Wenn du den Frieden willst, rüste dich für den Krieg – AFP (ATTILA KISBENEDEK)

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat Deutschland und anderen EU-Mitgliedern leichtfertigen Umgang in Sicherheitsfragen vorgeworfen. "Bisher nimmt Europa die Verteidigung auf die leichte Schulter und lebt unter dem Schirm der Pax Americana. Aber auch für Europa gilt das Sprichwort: 'Wenn du den Frieden willst, rüste dich für den Krieg'", sagte Morawiecki der "Welt" (Donnerstag).

Der neue polnische Ministerpräsident wird am kommenden Freitag von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit militärischen Ehren empfangen.

Morawiecki warf Deutschland, ohne es direkt beim Namen zu nennen, weiterhin vor, den Zusammenhalt der NATO zu riskieren. "Wer gefährdet den Zusammenhalt: Derjenige, der sagt, es müssten alle zwei Prozent für die Verteidigung ausgeben, damit es Solidarität gibt? Oder der Schwarzfahrer, der nur ein Prozent ausgibt, aber unter dem Schutzschirm lebt? Der Schwarzfahrer gefährdet die Einheit des Westens", sagte Morawiecki.

Der polnische Ministerpräsident bezog sich dabei auf die Forderung von US-Präsident Donald Trump, dass alle NATO-Mitglieder ihre Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen. Polen hat im Gegensatz zu Deutschland diesen Wert erreicht.

Morawiecki äußerte völliges Unverständnis, dass heute viele Deutsche Russland unter Präsident Wladimir Putin mehr vertrauten als den USA unter Trump: "Da kann ich mir nur an den Kopf fassen und schreien: Rette sich, wer kann! Da wird die Welt auf den Kopf gestellt."

(APA/dpa)

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