Trumps "Frau fürs Grobe" wird CIA-Chefin

Gina C.Haspel leitete 2002 ein berüchtigtes Geheimgefängnis in Thailand. Dort wurden Islamisten wiederholt gefoltert. Künftig leitet sie den Auslandsgeheimdienst.

Lange Jahre war sie die CIA-Frau fürs Grobe: Denn Gina C. Haspel (61), nach Donald Trumps Personalrochade neue Auslandsgeheimdienstchefin, hält nichts von Zurückhaltung bei Verhören. In ihren "Höchstzeiten" soll sie einen einzigen Verdächtigen 83 Mal dem Waterboarding (simuliertes Ertrinken) unterzogen haben  - in nur einem einzigen Monat.

Damals, kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington, leitete Undercover-Agentin Haspel ein CIA-Geheimgefängnis in Thailand. Black Sites wurden diese Foltergefängnisse genannt. Dorthin wurden jene rund 130 Männer gebracht, die zwischen 2001 und 2009 vor allem im Nahen Osten, in Afrika, Asien, aber auch in Mazedonien, Italien und Schweden gewaltsam entführt worden waren. Mit geheimen Flugzeugen verschleppte man sie in CIA-Gefängnisse in Afghanistan, im Irak, in Litauen, Polen, Rumänien und Thailand. Dort wurden sie befragt und gefoltert.

Schlafentzug, Isolation, Demütigung

Unter Haspels Leitung sollen in Thailand zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation al-Qaida dem Waterboarding unterzogen worden sein. Zudem wurden die Verdächtigen in einem weißen Raum gesperrt. 24 Stunden lang wurde der Raum mit Neonlicht beleuchtet, den ganzen Tag lief Rockmusik. Schlafentzug der Häftlinge war das Ziel. Sie waren völlig isoliert, nicht einmal die Wärter sprachen mit ihnen: Ihre "Aufpasser"  trugen schwarze Uniform sowie Sturmhaube, sie kommunizierten per Handzeichen untereinander. Die Gefangenen mussten nackt in der kalten Zelle sitzen und waren mit Handschellen und Fußfesseln fixiert.

Später berichteten reuige Agenten von diesen Methoden. Haspel schwieg. Gegen die neue CIA-Chefin wurde allerdings ermittelt, weil sie Videomaterial vernichtet haben soll, das die Folter dokumentiert.

Innerhalb der CIA galt sie aber als "kompetent" und wurde geschätzt: US-Präsidenten Barack Obama ernannte Haspel 2013 zur Abteilungsleiterin für verdeckte Operationen bei der CIA. Sie wurde damals jedoch nach wenigen Wochen wieder abberufen, nachdem die „Washington Post“ über ihre Zeit in Thailand berichtet hatte.

Karriere machte Haspel dank Donald Trump, der sie 2017 zur CIA-Vize und nun als erste Frau überhaupt zur Geheimdienstchefin machte. Damals schon protestierten demokratische Senatoren: Haspel sei wegen ihrer Vergangenheit nicht für den Job geeignet. 

Der Aderlass im Kabinett des US-Präsidenten

(basta)

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