Nahost

Anschlag auf Palästinenser-Premier

Ein Sprengsatz detonierte neben dem Konvoi von Ministerpräsident Hamdallah im Gazastreifen. Er wurde nicht verletzt. Palästinenserchef Abbas gibt Hamas die Schuld.

Der Palästinenser-Premier entkam dem Anschlag, aber mehrere Menschen wurden verletzt und Autos zerstört.
Der Palästinenser-Premier entkam dem Anschlag, aber mehrere Menschen wurden verletzt und Autos zerstört.
Der Palästinenser-Premier entkam dem Anschlag, aber mehrere Menschen wurden verletzt und Autos zerstört. – (c) REUTERS (MOHAMMED SALEM)

Gaza. Der fragile Frieden im palästinensischen Bruderzwist steht erneut auf der Kippe: Am Dienstag entging der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah im nördlichen Gazastreifen nur knapp einem Anschlag: Ein Sprengsatz detonierte in der Nähe des Konvois des Premiers, offenbar wurden dabei sieben Menschen verletzt.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas macht die Hamas für den Vorfall verantwortlich. Die radikalpalästinensische Organisation sei schuld daran, dass Hamdallahs Wagenkolonne bei der Einfahrt in den Gazastreifen „feigeins Visier genommen wurde“. In der von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa verbreiteten Erklärung wird die Hamas indes nicht direkt beschuldigt, selbst hinter dem mutmaßlichen Anschlag zu stecken. Nach Medienberichten befand sich auch der Geheimdienstchef Majid Faraj bei Hamdallah. Die Hamas verurteilte den Angriff. Dies sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren. Die Hamas kritisierte Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu sehen. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden.

Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten nach mehr als zehn Jahren Zwist im Oktober ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Prozess läuft bisher aber schleppend. Die Hamas hatte 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.03.2018)

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