Schweizer Institut: "Keine Beweise für Giftgas in Duma"

Eine Schweizer Forschungseinrichtung stützt sich auf den konservativen US-Kabel-TV-Sender, der vor Ort Befragungen durchgeführt hat. Deshalb seien die Angriffe auf Syrien illegal, so das Institut.

A handout photo made available by the official Syrian Arab News Agency SANA shows Syrian air defen
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Keinerlei Evidenz für einen Giftgasangriff, berichtet der Fernsehsender OANN. – imago/UPI Photo

Das "Basel Institute of Commons and Economics" hat am Dienstag kritisiert, dass es keine Beweise für einen Giftgaseinsatz der syrischen Armee gegen Zivilisten in Duma gebe. Das Schweizer Forschungsinstitut stützte sich dabei auch auf die US-Fernsehstation OANN, die Bewohner der Stadt und Ärzte befragt hatte. Der TV-Bericht zeige, dass keinerlei Evidenz für einen solchen Angriff vorliege.

"Die Angriffe der USA, Englands und Frankreich auf Syrien sind daher illegal und beschädigen die Sicherheits- und Untersuchungsmechanismen der Vereinten Nationen", hieß es am Dienstagabend in einer Aussendung des Instituts. Um einen Frieden in Syrien zu erreichen, müssten daher alle militärischen Maßnahmen außerhalb der UN-Charta unterlassen werden. OANN (One America News Network) ist ein konservativer Kabel-TV-Sender, der US-Präsident Donald Trump an sich durchaus wohlgesonnen ist.

Mogherini fordert Rückkehr zur Diplomatie

Zuvor hatte die lange Wartefrist für die Inspektoren, die erst nach dem Militärschlag in Syrien eintrafen, das Misstrauen der westlichen Alliierten geweckt. Frankreich verdächtigte Russen und Syrer, die ohnedies flüchtigen Spuren des Chlorgasangriffs in Duma verwischen zu wollen.

Indessen hat die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini eine Rückkehr zur Diplomatie gefordert. Die "einzig mögliche dauerhafte Lösung ist eine politische", mahnte sie am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg. Es gebe keine militärische Lösung, "das ist klar". Nun müssten alle beteiligten politischen Akteure an den Verhandlungstisch gebracht werden. Dies gelte auch für "alle syrische Parteien". Ein erster Schritt in diese Richtung sei die in der kommenden Woche in Brüssel geplante Syrien-Konferenz, sagte Mogherini weiter. Dazu würden 80 Delegationen erwartet. Das Treffen solle den "Weg für eine politische Lösung aufzeigen".

 

 

(APA)

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