Ecuador gibt monatlich 55.000 Euro für Schutz von Wikileaks-Gründer Assange aus

Der Gründer der Enthüllungsplattform sei im Exil in London einigen Gefahren ausgesetzt, argumentiert die ecuadorianische Botschaft - etwa der britischen Polizei.

Assange ist 2012 in die Botschaft in London geflüchtet.
Assange ist 2012 in die Botschaft in London geflüchtet.
Assange ist 2012 in die Botschaft in London geflüchtet. – REUTERS/Olivia Harris

Ecuador schützt Wikileaks-Gründer Julian Assange in seiner Botschaft in London einem Bericht zufolge mit einem millionenschweren Überwachungsprogramm. Das meldet die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch) unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen, die sie gemeinsam mit dem britischen "Guardian" und dem ecuadorianischen Magazin "Focus" habe einsehen können.

Die Geheimdienst-Operation läuft demnach seit mehr als fünf Jahren und kostet pro Monat durchschnittlich 66.000 Dollar (55.000 Euro). Die Dokumente zeigten, dass der Gründer der Enthüllungsplattform aus Sicht seiner Bewacher in seinem Exil mehreren Bedrohungen ausgesetzt sei.

Als eine Gefahrenquelle gilt demnach die britische Polizei, der zugetraut wird, dass sie unter einem medizinischen Vorwand in die Botschaft eindringen und Assange festnehmen könnte. Für die Überwachung beauftragte die Regierung Ecuadors dem Bericht zufolge eine europäische Sicherheitsfirma, die Assange rund um die Uhr überwacht. Als Stützpunkt für die Operation wurde demnach für mehr als 4000 Euro im Monat eine Wohnung nahe der Botschaft angemietet. Das Geld dafür stammt aus einem Sonderetat des Geheimdiensts, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Assange hatte sich 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um sich vor einer seiner Meinung nach drohenden Auslieferung an die USA zu schützen. Hintergrund sind US-Geheimdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan, die die Wikileaks verbreitet hatte.

(APA/dpa)

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