50 Tote in Gaza angeblich Hamas-Mitglieder

50 der 60 Todesopfer in Folge der Zusammenstöße im Gazastreifen sollen Hamas-Mitglieder gewesen sein, sagt ein Sprecher der Organisation. Und liefert Israel damit den Beweis, dass ein friedlicher Protest nie geplant war.

Sanitäter bergen einen palästinenischen Protestanten
Sanitäter bergen einen palästinenischen Protestanten
APA/AFP/SAID KHATIB

Bei den blutigen Ausschreitungen im Gazastreifen am Montag sollen 50 der 60 Todesopfer Mitglieder der Hamas gewesen sein. Das sagte Salah Bardawil, ein Vertreter der radikal islamischen Organisation, am Donnerstag im palästinensischen Fernsehen. Der Sprecher der Organisation, Fausi Barhum, bestätigte die Behauptung jedoch nicht. Barhum sagte lediglich, dass die Hamas die Kosten für die Begräbnisse der 50 Toten übernehme.

Auf die Todesumstände ging Bardawil nicht ein. Auch gab er keine Angaben dazu, wie und warum sie zu Tode kamen. Ein anderer ranghoher Hamas-Vertreter, Bassem Naim, sprach lediglich von der Hamas als einer "großen Bewegung" mit großem Rückhalt in der Bevölkerung. Bei derartigen Protesten seien entsprechend viele Hamas-Anhänger anwesend. Die Getöteten hätten "friedlich" protestiert.

Für Israel Beweis für geplante Aufstände

Die Aussagen zu den Todesopfern wertet Israel nun als Beleg dafür, dass es sich nie um friedliche Proteste gehandelt hat. "Wir nehmen ihn beim Wort, das war kein friedlicher Protest", schreibt Armeesprecher Jonathan Conricus auf Twitter. "Diese Aufstände waren geplant und von Terroristen ausgeführt. Wir verteidigen uns, das ist alles, was wir tun. Auch Regierungssprecher Ofir Gendelman twitterte, Bardawil habe die "Wahrheit offengelegt".

In der Nacht zum Donnerstag flog Israel einen Luftangriff auf Ziele der Hamas im Gazastreifen. Dabei handle es sich um einen Vergeltungsangriff für den Beschuss israelischer Soldaten und der Stadt Sderot vom Vortag, erklärte das Militär. Mehrere Gebäude wurden getroffen, unter anderem die Infrastruktur eines Hamas-Militärkomplex und ein Waffenwerk. Nach Angaben des örtlichen Gesundheitsministeriums wurde bei den Angriffen ein Mensch verletzt.

Seit Wochen kommt es im Gazastreifen immer wieder zu gewaltsamen Unruhen. Am Montag kamen bei Aufständen am Grenzzaun im Gazastreifen 60 Menschen um, 2400 wurden verletzt. Israel feiert derzeit den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung, die Palästinenser begehen in diesem Zusammenhang den Tag der "Nakba" (Katastrophe), mit dem sie an die Vertreibung Hunderttausender Menschen erinnern. De Verlegung der US-Botschaft am Montag war ein weiterer Auslöser des neuerlichen Gewaltausbruchs gewesen.

(Ag./juwe)

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