Giftopfer Sergej Skripal aus Spital entlassen

Der russische Ex-Spion war im englischen Exil dem Supergift Nowitschok ausgesetzt worden.

London. Sein Fall hat eine schwere diplomatische Krise ausgelöst, zwischenzeitlich war nicht klar, ob Sergej Skripal den Anschlag überleben wird. Am Freitag aber wurde der ehemalige russische Spion (66) aus einem britischen Krankenhaus entlassen. Nun hoffen die Ermittler, dass Skripal dabei helfen kann, die Umstände seiner Vergiftung aufzuklären.

Vor rund zwei Monaten waren er und seine Tochter Julia im englischen Salisbury halb tot aufgefunden worden: Sie hatten Kontakt mit dem Nervengift Nowitschok gehabt, zeigte sich. Weil dieser Kampfstoff in der UdSSR entwickelt worden war, machten Länder wie Großbritannien und die USA Moskau für den Angriff verantwortlich. Mehr als 100 russische Diplomaten wurden später aus mehreren Ländern ausgewiesen. Moskau reagierte ebenfalls mit Ausweisungen und weist die Vorwürfe zurück.

Julia Skripal wurde bereits aus dem Spital entlassen. Die Behörden verweigern russischen Vertretern den Zugang zu ihr. Mittlerweile wurde indes bekannt, dass sich auch der Westen, etwa Deutschland, in den 1990ern Zugang zur Nowitschokforschung verschafft hatte. Das werfe ein neues Licht auf die Ermittlungen, heißt es. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2018)

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