Rumänische Ministerpräsidentin blamierte sich in Montenegro

Dancila verwechselte Podgorica mit Prishtina, die Dolmetscherin reagierte aber rasch. Es war nicht das erste Fettnäpfchen der 54-jährigen Politikerin.

Archivbild von einer Demonstration gegen die Regierungspartei PSD. Vasilica Dancila (im Bild als Pappfigur) wird oft nur als Marionette des verurteilten Parteichefs Dragnea gesehen.
Archivbild von einer Demonstration gegen die Regierungspartei PSD. Vasilica Dancila (im Bild als Pappfigur) wird oft nur als Marionette des verurteilten Parteichefs Dragnea gesehen.
Archivbild von einer Demonstration gegen die Regierungspartei PSD. Vasilica Dancila (im Bild als Pappfigur) wird oft nur als Marionette des verurteilten Parteichefs Dragnea gesehen. – APA/AFP/ADRIAN CATU

Eine heikle Verwechslung unterlief Rumäniens Regierungschefin Vasilica Viorica Dancila in Montenegro: Die 54-jährige Politikerin der Postsozialisten (PSD) traf am Mittwoch in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica ein, wo sie anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem Amtskollegen Dusko Markovic hervorhob, sich zu freuen, "hier in Prishtina" zu sein.

Prishtina ist allerdings die Hauptstadt des Kosovo, jener ehemaligen serbischen Provinz, deren Unabhängigkeit Rumänien bis heute nicht anerkennt.

Video gelöscht

Die offizielle Dolmetscherin bemühte sich, den Fauxpas des rumänischen Gastes einigermaßen zu vertuschen, indem sie "Podgorica" statt "Prishtina" übersetzte. Die rumänische Presse verriss am Donnerstag Dancilas peinlichen Ausrutscher; selbst die ansonsten kaum selbstkritische Regierungspartei PSD sah sich genötigt, über ihren Sprecher Adrian Dobre einzuräumen, dass der Ministerpräsidentin ein "schwerer diplomatischer Fauxpas" unterlaufen sei. Die Regierung in Bukarest löschte die Videodatei von Dancilas Pressekonferenz in Podgorica wenige Stunden später.

Die im eigenen Land zum einen als unbedarft, zum anderen als Marionette ihres vorbestraften Parteichefs Liviu Dragnea geltende Politikerin tritt indes längst nicht zum ersten Mal ins diplomatische Fettnäpfchen: Im vergangenen Monat vergaß sie anlässlich eines Besuchs des estnischen Ministerpräsidenten Jüri Ratas vor laufenden Kameras dessen Namen, im Mai hatte sie ihren kroatischen Amtskollegen Andrej Plenkovic vor den Kopf gestoßen, indem sie die Nationalhymne ihres Gastes nicht abwarten wollte. 2017 hatte Dancila als damalige Europaabgeordnete im Gespräch mit einer Reporterin den Iran und Pakistan als "EU-Staaten" bezeichnet.

(APA)

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