Erdogan soll zu Staatsbesuch nach Deutschland kommen

Ende September soll der türkische Staatspräsident nach Berlin kommen, wird in Deutschland berichtet. Erdogan bestehe dabei auf das große Protokoll.

Turkish President Erdogan and German Chancellor Merkel meet in Ankara
Turkish President Erdogan and German Chancellor Merkel meet in Ankara
Eine Bestätigung gab es weder von Kanzlerin Merkels Büro noch aus der Türkei. (Archivbild) – (c) REUTERS (Umit Bektas)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kommt einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge im Herbst zu einem Staatsbesuch nach Deutschland. Stattfinden werde die Reise voraussichtlich Ende September, über ein genaues Datum werde noch verhandelt, berichtete die "Bild"-Zeitung am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise in Ankara und Berlin.

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst weder aus Deutschland noch aus der Türkei. Ein Regierungssprecher in Berlin erklärte, Termine von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "geben wir grundsätzlich in der Vorwoche bekannt".

Bundespräsident, militärische Ehren, Staatsbankett?

Schenkt man dem "Bild"-Bericht Glauben, besteht Erdogan offenbar auf das große Protokoll. Er wolle zu einem offiziellen Staatsbesuch kommen, dazu gehören ein Empfang durch den Bundespräsidenten mit militärischen Ehren und ein Staatsbankett. Nach Informationen der Zeitung will Erdogan auch bei einer Veranstaltung zu Landsleuten sprechen.

Erdogan war zwar schon mehrmals zu offiziellen Besuchen in Berlin, zuletzt 2014. Die September-Visite wäre aber sein erster Besuch seit der Übernahme des Präsidentenamts vor vier Jahren. Zum Protokoll eines Staatsbesuchs, der höchsten Stufe des diplomatischen Austauschs, gehören laut "Bild" unter anderem ein Empfang durch den Bundespräsidenten mit militärischen Ehren und ein Staatsbankett.

Bericht im Schatten von Özil-Rücktritt

Erdogan war bei den türkischen Präsidenten- und Parlamentswahlen im Juni im Amt bestätigt worden. Durch die Verfassungsreform vom vergangenen Jahr und der damit verbundenen Einführung des Präsidialsystems in der Türkei erhält der Staatschef einen deutlichen Machtzuwachs.

Zuletzt hatte sich Erdogan wegen des Fußballers Mesut Özil Stellung zu Deutschland bezogen. Özil, ein Deutscher mit türkischen Wurzeln, hatte in der vergangenen Woche seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft bekanntgegeben und in seiner Begründung in sozialen Medien anhaltenden Rassismus verantwortlich gemacht, den er als Fußballer in Deutschland immer wieder zu spüren bekommen habe. Erdogan erklärte daraufhin, eine solche "rassistische Haltung" in Deutschland sei nicht hinnehmbar.

Özil war zuvor in Deutschland massiv für ein Treffen mit Erdogan im Mai kritisiert worden. Seinen Respekt für Erdogan hat der Sportler mehrmals zum Ausdruck gebracht.

(APA)

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