"Tapferer Mann": Trump erwägt Begnadigung von Ex-Wahlkampfleiter Manafort

Paul Manafort habe anders als sein Ex-Anwalt Michael Cohen dem Druck der Justiz standgehalten. Der ehemalige Wahlkampfleiter war wegen Banken- und Steuerbetrugs schuldig gesprochen worden. Ihm drohen zehn Jahre Haft.

Trump und sein ehemaliger Wahlkampfleiter Paul Manafort.
Trump und sein ehemaliger Wahlkampfleiter Paul Manafort.
Trump und sein ehemaliger Wahlkampfleiter Paul Manafort. – (c) Reuters

US-Präsident Donald Trump wird dem Sender "Fox News" zufolge eine Begnadigung seines früheren Wahlkampfleiters in Erwägung ziehen. Paul Manafort war am Dienstag wegen Banken- und Steuerbetrugs schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß steht noch aus. Rechtsexperten schätzen, dass es auf rund zehn Jahre Haft hinauslaufen wird.

Trump hat Fox ein Interview gegeben, von dem bisher nur Auszüge bekannt sind. Fox-Reporterin Ainsley Earhardt zufolge hat der US-Präsident in dem Gespräch die mögliche Begnadigung erwähnt. "Ich denke, er fühlt sich schlecht wegen Manafort. Sie waren Freunde", sagte die Journalistin am Mittwochabend (Ortszeit) im Fox-Programm. Das ganze Interview soll am Donnerstagmorgen ausgestrahlt werden.

Trump nennt Manafort einen "tapferen Mann"

Trump hatte Manafort am Mittwoch einen "tapferen Mann" genannt, der anders als sein Ex-Anwalt Michael Cohen dem Druck der Justiz standgehalten habe. Cohen hatte sich vor Gericht mehrerer Verbrechen schuldig bekannt und angegeben, von Trump angewiesen worden zu sein.

Indes hat sich das Weiße Haus nach dem Geständnis von Cohen entschieden gegen die Darstellung gewehrt, Trump habe sich etwas zuschulden kommen lassen. Trump habe nichts Falsches getan, es gebe keine Anklage gegen ihn, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders am Mittwoch. Nur weil Cohen einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen sei, bedeute das nicht, dass sich dadurch ein Verdacht gegen Trump ergebe, hieß es. Trumps langjähriger Anwalt und Vertrauter hatte den Präsidenten am Dienstag vor einem Gericht in New York schwer belastet.

Seinem Geständnis zufolge soll Trump an Schweigegeldzahlungen an Frauen beteiligt gewesen sein. Das Geld soll gezahlt worden sein, um Schaden vom Wahlkampf des damaligen Präsidentschaftskandidaten abzuwenden. Es wäre damit ein Wahlkampfbeitrag, der strengen gesetzlichen Vorschriften unterliegt.

Trump: Zahlungen erst "im Nachhinein"

Trump bestritt am Mittwoch, dass es sich dabei um eine Straftat handelt. "Michael Cohen bekennt sich in zwei Fällen der Verletzung von Vorschriften der Wahlkampffinanzierung für schuldig, die keine Straftaten sind", schrieb Trump auf Twitter. Er bezichtigte ihn indirekt zudem der Lüge. In einem Interviewauszug des Senders Fox News erklärte Trump, er habe von den Zahlungen an die Frauen erst "im Nachhinein" erfahren.

Das Geld soll während des Wahlkampfs 2016 an die Ex-Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-Playmate Karen McDougal geflossen sein und war Cohen später von Trump erstattet worden. Selbst wenn Cohen mit den Zahlungen Straftaten begangen hat, ist strittig, ob auch Trumps mögliche Beihilfe dazu einen Verstoß gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung darstellt. Für Kandidaten gelten unter Umständen andere Regelungen als für deren Personal.

Mit seiner Aussage vor Gericht weckte Cohen unterdessen das Interesse einer anderen Behörde. Das Steuer- und Finanzministerium des Bundesstaats New York forderte im Zusammenhang mit einer Untersuchung gegen die Trump-Stiftung Informationen von dem Anwalt ein. Das Ministerium habe angesichts seiner Aussagen vom Dienstag eine Anordnung an Cohen geschickt, hieß es in der Stellungnahme eines Sprechers, aus der der Sender CNN und andere US-Medien zitierten.

(APA/Reuters)

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