Der mausgraue Verschönerer von Moskau

Bürgermeister Sergej Sobjanin, dessen Amtszeit heute verlängert wird, hat Russlands Hauptstadt mit einem Milliardenbudget ein Facelift verpasst. Das spricht die Kreml-kritische Mittelschicht an. Oppositionelle wittern korrupte Geschäfte.

Wieder eine neue U-Bahn-Station eröffnet: Moskaus Bürgermeister, Sergej Sobjanin (Mitte), eilt vor dem 9. September von Baustelle zu Baustelle.
Wieder eine neue U-Bahn-Station eröffnet: Moskaus Bürgermeister, Sergej Sobjanin (Mitte), eilt vor dem 9. September von Baustelle zu Baustelle.
Wieder eine neue U-Bahn-Station eröffnet: Moskaus Bürgermeister, Sergej Sobjanin (Mitte), eilt vor dem 9. September von Baustelle zu Baustelle. – (c) imago/ITAR-TASS (Mikhail Tereshchenko)

Auf der Bühne wiegt sich Alexej Worobjow zu Poprhythmen und schmettert dem größtenteils weiblichen Publikum drei Wörter entgegen: „Ja tebja ljublju“ – „Ich liebe dich“. Teenies und ihre Eltern kennen den jungen Mann mit der Föhntolle aus dem Fernsehen. An diesem Abend tritt der Sänger in Moskau auf, um für Bürgermeister Sergej Sobjanin zu werben. Nach dem Lied fragt der Moderator Worobjow, ob er denn wählen gehen werde, das sei bekanntlich „sehr modern“. „Natürlich“, antwortet der Jungstar. „Moskau ist eine tolle Stadt. Seht, an welch tollem Platz wir uns heute versammeln können.“ Im Hintergrund leuchten Buchstaben auf. „Für Sobjanin“ ist die unzweideutige Botschaft.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2018)

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