Woodward-Buch gibt drastische Einblicke ins Weiße Haus

Seit heute ist Woodwards Buch "Fear - Trump in the White House" im Handel. Engste Mitarbeiter erzählen, wie sie den Präsidenten von groben Fehlern abgehalten haben.

Bob Woodward hat in Donald Trump einen neuen Gegner.
Bob Woodward hat in Donald Trump einen neuen Gegner.
Bob Woodward hat in Donald Trump einen neuen Gegner. – REUTERS

Mit spektakulären Enthüllungen über das Innenleben des Weißen Hauses ist am Dienstag das neue Buch von "Watergate"-Enthüller Bob Woodward erschienen. Der Autor beschreibt in dem Buch "Fear - Trump In The Whithe House" auf mehr als 400 Seiten, mit welch unüblichen und teils als gefährlich eingestuften Methoden US-Präsident Donald Trump die bedeutendste Regierung der Welt führt.

Erste Auszüge waren bereits in der vergangenen Woche in der "Washington Post" erschienen. Woodward beschreibt die Situation mit drastischen Worten: Von "Anarchie" ist die Rede und von "Chaos". Hochrangige Mitarbeiter, wie der ehemalige Wirtschaftsberater Gary Cohn hätten Trump durch heimliche Sabotage-Akte von Fehlhandlungen abgehalten.

In einem Fall im Jänner wollte Trump laut Woodward via Twitter die Nachricht streuen, die Familienangehörigen der US-Truppen in Südkorea seien nach Hause beordert worden - das wäre ein sicheres Zeichen für Nordkorea gewesen, dass ein US-Militärschlag bevorsteht und hätte zu drastischen Reaktionen führen können. Senator Lindsey Graham soll ihn davon überzeugt haben, dies sein zu lassen.

"Er weiß nicht wovon er spricht"

Trumps erster Stabschef, Reince Priebus, wird von Woodward mit den Worten zitiert: "Wenn man eine Schlange, eine Ratte, einen Falken und ein Kaninchen und einen Hai und eine Robbe in einen Zoo ohne Wände steckt, dann fängt es an, hässlich und blutig zu werden. Genau das passiert." Trumps neuer Stabschef, John Kelly, ein früherer General sagte in Bezug auf die Handelsbeziehungen zu Südkorea laut Woodward: "Der Präsident versteht wirklich nichts davon. Er weiß nicht, wovon er spricht."

In einer Passage des Buches wird auch die Gesundheit des Präsidenten angesprochen. Sein inzwischen entlassener Leibarzt Ron Jackson habe empfohlen, den Stress für Trump zu reduzieren und die Zahl der Meetings pro Tag auf das unbedingt Nötige zu reduzieren.

Woodward beschreibt insgesamt einen paranoiden Präsidenten, der von vielen seiner Mitarbeiter verachtet wird. Diese seien permanent damit beschäftigt, Trump zu bändigen, um Schaden für das Land abzuwenden. Trump hat versucht, das Buch pauschal als unwahr abzutun. In Österreich soll es im Oktober erscheinen. Woodward war einst durch seine Enthüllungen zur Watergate-Abhöraffäre von Präsident Richard Nixon berühmt geworden.

(APA/dpa/AFP)

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