Palästinenservertretung in Washington schließt auf Druck der USA

"Rachsüchtig" findet der bisherige Leiter das Vorgehen der US-Regierung.

Palästinensische Fahne vor der Vertretung in Washington.
Palästinensische Fahne vor der Vertretung in Washington.
Palästinensische Fahne vor der Vertretung in Washington. – Kevin Lamarque

Auf Druck der USA hat die diplomatische Vertretung der Palästinenser in Washington am Donnerstag (US-Zeit) ihre Arbeit eingestellt, und zwar an einem symbolträchtigen Datum: dem 13. September, dem 25. Jahrestag der Osloer Verträge - die einst Hoffnungen auf einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern geweckt hatten.

Das US-Außenministerium begründete den Schritt damit, die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) habe keine Schritte unternommen, um "direkte und bedeutsame Verhandlungen mit Israel zu beginnen".

Palästinenser seien "extrem betrübt"

Diese US-Aktion sei "bedauerlich und rachsüchtig", reagierte Husam Zomlot, der bisherige Leiter der Vertretung, auf Facebook. Man lasse den Palästinensern nur die Wahl zwischen dem Verlust der Beziehungen zu den USA und dem Verlust "unserer Rechte als eine Nation". Die Palästinenser hätten sich für Letzteres entschieden, seien aber "extrem betrübt über den gegenwärtigen Stand der Dinge".

Die Schließung folgt einer Reihe von Maßnahmen, mit denen sich Trump seit Beginn seiner Amtszeit klar auf Seiten Israels gestellt hat. So hatte er gegen alle internationalen Proteste im Mai die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt - woraufhin Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas schon im Dezember alle offiziellen Kontakte zu Washington einfror. Außerdem stoppte Trump Millionenhilfen an die Palästinenser, um sie zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Palästinenservertretung in Washington schließt auf Druck der USA

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.