Kalifornien: Ex-Marine soll hinter Schießerei in Bar stecken

In nur zweieinhalb Minuten soll ein ehemaliger Soldat in einer Bar in Kalifornien vor allem junge Studenten umgebracht haben. Mindestens 12 Menschen kommen ums Leben.

Zeuginnen vor der Borderline Bar in Thousand Oaks
Zeuginnen vor der Borderline Bar in Thousand Oaks
Zeuginnen vor der Borderline Bar in Thousand Oaks – REUTERS

Erneut hat ein bewaffneter Angreifer in den USA ein Blutbad angerichtet. Nach Polizeiangaben drang ein Mann in eine Bar in Kalifornien ein und erschoss innerhalb von zweieinhalb Minuten zwölf Teilnehmer einer Party für College-Studenten. Auch der Angreifer selbst sei tot, sagte der zuständige Sheriff. Unter den Todesopfern war auch ein Polizist, der nach einem Notruf als einer der ersten zum Tatort geeilt war.

Bei dem Angreifer handle es sich um einen weißen 28-jährigen Ex-Marine, berichteten zahlreiche US-Medien am Donnerstag unter Berufung auf Ermittlungskräfte. Seine Waffe habe er legal erworben. Der mit einer Schusswaffe bewaffnete Angreifer betrat am späten Mittwochabend die "Borderline Bar and Grill" in Thousand Oaks nahe Los Angeles und feuerte in die Menge von feiernden jungen Leuten. Zum Zeitpunkt des Angriffs fand in der Disco-Bar eine Country-Party für College-Studenten statt, an der laut Polizei mehrere hundert Besucher teilnahmen. Mehr als ein Dutzend Gäste seien mit Verletzungen aus dem Lokal gebracht worden oder hätten sich selbst gerettet.

Die einzige Waffe, die der ehemalige Soldat bei seinem Verbrechen verwendet hat, war eine Glock Pistole vom Kaliber .45, sagte der Sheriff des Verwaltungsbezirks Ventura, Goeff Dean. Über das Motiv herrschte noch Rätselraten. Der Täter soll wegen "kleinerer Vorfälle" der Polizei bekannt gewesen sein. Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde wegen Ruhestörung.

"Mit Sesseln gegen Fenster geschlagen"

Der Vorfall ereignete sich um etwa 23.20 Uhr (Ortszeit) etwa 60 Kilometer von Los Angeles entfernt nahe Malibu. Wie die Zeitung "Ventura County Star" berichtete, soll der Schütze mindestens 30 Schüsse abgefeuert haben. Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. "Ein Mann kam durch die Eingangstür und hat auf das Mädchen am Empfang geschossen", sagte Holden Harrah unter Tränen dem Sender CNN. "Ich weiß nicht, ob sie noch lebt."

Ein anderer Zeuge sagte laut Sender ABC, der Täter habe auf einen Wachmann geschossen und Rauchbomben geworfen. Dann habe er das Feuer auf die anderen Menschen in dem Lokal eröffnet. "Er hat einfach weitergeschossen."

Eine junge Frau beschrieb, wie sie sich von der Tanzfläche zum Hintereingang flüchtete. "Die Leute haben mit Sesseln die Fenster eingeschlagen, um rauszukommen", sagte sie dem Sender ABC7. Der 20-jährige College-Student Matt Wennerstron schilderte vor Reportern, der Angreifer habe mit einer halbautomatischen Pistole gefeuert. Als er nachgeladen habe, hätten er und seine Freunde die Gelegenheit zur Flucht ergriffen, indem sie mit einem Barhocker ein Fenster einschlugen und ins Freie kletterten.

"Es war ein normaler Mittwoch, wir hatten Spaß und haben getanzt", berichtete Jasmin Alexander, die mit einer Gruppe von Freunden an der wöchentlich stattfindenden Party teilnahm. "Plötzlich hörten wir das 'Peng, Peng' von Schüssen und alle drehten durch und haben gedrängelt."

US-Bürger besitzen 40 Prozent der Schusswaffen weltweit

Thousand Oaks ist ein ruhiger und wohlhabender Vorort im Norden von Los Angeles. In der Gegend befinden sich zahlreiche Colleges. Immer wieder gibt es in den USA, wo das Recht auf Waffentragen in der Verfassung verankert ist, tödliche Schießereien. Einer aktuellen Studie zufolge besitzen die US-Bürger 40 Prozent der privaten Schusswaffen weltweit, obwohl sie nur vier Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Von den weltweit 857 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz befinden sich demnach 393 Millionen in den Vereinigten Staaten.

(APA/dpa/AFP)

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