Messerangriff in Melbourne: IS reklamiert Angriff für sich

Ein Mann griff in einem Geschäftsviertel der australischen Stadt Passanten an und tötete mindestens eine Person. Die Polizisten feuerten Schüsse ab, der Täter erlag später seinen Verletzungen.

Bei einem Messerangriff in Melbourne ist mindestens eine Person getötet worden
Bei einem Messerangriff in Melbourne ist mindestens eine Person getötet worden
Bei einem Messerangriff in Melbourne ist mindestens eine Person getötet worden – APA/AFP/WILLIAM WEST

Bei einem Messerangriff in der Innenstadt der australischen Millionenmetropole Melbourne (Bundesstaat Victoria) tötete ein Angreifer am Freitag mindestens eine Person und verletzte zwei weitere. Der Täter wurde schließlich von der Polizei niedergeschossen, nachdem er sich einen minutenlangen Kampf mit zwei Polizisten geliefert hatte, die noch versucht hatten, ihn zu überwältigen. Zudem hatten mehrere Zivilisten den großgewachsenen Mann attackiert, indem sie mit Einkaufswagen und Verkehrskegeln auf ihn losgingen. Im Spital erlag er seinen Verletzungen.

Die Polizei stuft den Angriff als Terror ein. Das Verbrechen ereignete sich in einem Geschäftsviertel, wo zahlreiche Passanten unterwegs waren. Ersten Angaben zufolge soll es sich bei dem Täter um einen somalischstämmigen Mann handeln, der schon in den 1990ern einwanderte. Sein "familiärer Hintergrund" sei der Polizei bekannt und "kritisch", hieß es.

Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat"(IS) hat den tödlichen Messerangriff für sich reklamiert. In einer am Freitag von dem IS-Propaganda-Sprachrohr AMAQ verbreiteten Erklärung hieß es, der Täter sei ein IS-Kämpfer gewesen und habe auf Staatsbürger der gegen den IS kämpfenden Länder gezielt.

Große Explosion blieb aus

Der Angriff wurde von mehreren Augenzeugen auf Handy-Videos gefilmt. Zu sehen ist, wie ein Mann in der Nähe eines brennenden Autos mit einem großen Küchenmesser auf mehrere Beamte losgeht, bevor er niedergestreckt wird. Bei dem brennenden Auto handelt es sich offenbar um sein Gefährt: Darin haben sich mehrere Gaszylinder befunden, so die Polizei, es hätte sich daraus eine schwere Explosion ergeben können.

Die Gegend rund um das ausgebrannte Auto in der normalerweise sehr belebten Bourke Street wurde weiträumig abgesperrt. In derselben Straße war 2017 ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast. Damals kamen sechs Menschen ums Leben. Der mutmaßliche Täter von damals steht inzwischen vor Gericht. Die Verteidigung behauptet, dass er durch Drogenmissbrauch an einer Psychose litt.

(APA/dpa)

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