Analyse: Ende der Flitterwochen mit Moskau

Die türkis-blaue Regierung buhlte geradezu um die Gunst Russlands. Und jetzt das. Doch auch nach dem Spionagefall will Österreich keine russischen Diplomaten ausweisen.

APA/AFP/Sputnik/ALEXEI DRUZHININ

„Unangenehm überrascht“ war Sergej Lawrow über das Bekanntwerden des Spionagefalls in Österreich. Der russische Außenminister meinte damit nicht die Spionagetätigkeit eines pensionierten Bundesheerkaders für Russlands Militärgeheimdienst GRU. Lawrows Reaktion war als Rüge für die österreichischen Behörden zu verstehen: Wien hätte den Fall nicht publik machen dürfen, so der Außenminister bei einer Pressekonferenz in Moskau.

Die österreichische Regierung bediene sich einer „Megafondiplomatie“, wie man sie im Westen häufig beobachten könne, erklärte Moskaus Chefdiplomat. Im Klartext: Die Österreicher hätten zuerst das vertrauliche Gespräch mit den Russen suchen müssen. „Wir werden beschuldigt, und es gibt Aufforderungen, dass wir uns für eine Sache entschuldigen, von der wir nichts wissen“, sagte Lawrow. Aufklärung erwartete man sich vom österreichischen Botschafter Johannes Eigner, der in das Außenministerium zitiert wurde. Zuvor war in Wien der Geschäftsträger der russischen Botschaft in das Außenamt einbestellt worden.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2018)

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