Kramp-Karrenbauer sieht "keinen Riss" in der CDU

Die bisherige Generalsekretärin bekräftigt in einem ersten TV-Interview, dass sie sich auch die Kanzlerschaft zutraut.

Kramp-Karrenbauer mit ihren unterlegenen Kontrahenten am Parteitag.
Kramp-Karrenbauer mit ihren unterlegenen Kontrahenten am Parteitag.
Kramp-Karrenbauer mit ihren unterlegenen Kontrahenten am Parteitag. – (c) REUTERS (Fabian Bimmer)

Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer befürchtet nach ihrer Wahl kein Auseinanderdriften der Flügel, sieht es aber als ihre zentrale Aufgabe, den Zusammenhalt zu bewahren. "Ich kann keinen Riss erkennen", sagte sie am Freitagabend in der ZDF-Sendung "Was nun?". Auch ihre Konkurrenten Friedrich Merz und Jens Spahn hätten auf dem Parteitag in Hamburg erklärt, der Zusammenhalt sei ihr größtes Ziel. Zugleich habe sie am meisten Respekt vor dieser Herausforderung. Es gehe auch darum "allen Flügeln Raum zu geben, das ist absolut notwendig, aber das wird keine einfache Aufgabe sein".

Mit Merz habe sie am Nachmittag verabredet, sich in den nächsten Tagen zusammenzusetzen und seine künftige Rolle zu klären, berichtete Kramp-Karrenbauer. Spahn kandidiere als Präsidiumsmitglied und wolle außerdem weiter seine Rolle als Gesundheitsminister im Bundeskabinett spielen.

Traut sich Kanzlerschaft zu

Die bisherige Generalsekretärin bekräftigte, dass sie sich auch die Kanzlerschaft zutraut. "Wenn ich nicht glauben würde, dass ich auch dieses Amt bewältigen könnte, dann hätte ich mich wie gesagt nicht um den Parteivorsitz bewerben dürfen", sagte sie. "Ob und wie es dann dazu kommt, hängt mit der Gesamtsituation zusammen." Sie ließ aber erkennen, dass für sie ein Amtswechsel nicht ansteht. "Heute auf dem Parteitag ist sehr deutlich geworden, dass die Partei will, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt und ihre Arbeit fortsetzt", sagte sie. "Sie wird im Moment auch ganz dringend gebraucht, wenn man sich die Situation in Europa anschaut."

In der Auseinandersetzung mit der AfD müsse sich die CDU stärker profilieren. Sie wolle mit der Konkurrenz von Rechtsaußen aber sachlich streiten. "Das muss nicht die Auseinandersetzung sein, die unter der Gürtellinie stattfindet, so wie das bei der AfD der Fall ist, oder die sehr schrill im Ton ist", erklärte Kramp-Karrenbauer.

(APA/dpa)

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