Neuer Generalsekretär: Wie "AKK" ihre Kritiker besänftigen will

Der 33-jährige Paul Ziemiak wurde am CDU-Parteitag mit 62,8 Prozent zum neuen Generalsekretär gewählt. Der Chef der Jungen Union soll die Partei wieder einen.

Christian Democratic Union party congress in Hamburg
Christian Democratic Union party congress in Hamburg
Annegret Kramp-Karrenbauer gratuliert Paul Ziemiak. – REUTERS

Paul Ziemiak ist der neue Generalsekretär der CDU. Die rund 1000 Delegierten des Hamburger Parteitages wählten ihn auf Vorschlag von Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstag mit 62,8 Prozent. Ziemiak bezeichnete dies als "ehrliches Ergebnis", das für ihn ein Ansporn sei. Schon am Freitag, nach der Wahl von Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Chefin, war der 33-Jährige Chef der Jungen Union (JU) ein begehrter Gesprächspartner. Ziemiaks Jugendorganisation gilt als Merkel-kritisch und damit auch skeptisch gegenüber Kramp-Karrenbauer. Die CDU-Jugend ist eigentlich eng mit Gesundheitsminister Jens Spahn verbunden, der schon in der ersten Bewerbungsrunde für den Parteivorsitz scheiterte. Vielleicht eben auch, weil die JU sich im Vorfeld nicht für ihn aussprach.

Schon diese Tatsache ließ vermuten, dass im Hintergrund vielleicht andere Zukunftsgespräche geführt werden. Was sagt also Ziemiak zur neuen Chefin, wurde er am Freitag gefragt? Stimmen die Gerüchte, dass er ihr neuer Generalsekretär werden soll? Man sah ihn am selben Abend noch mit Kramp-Karrenbauer vertraulich sprechen. Laut "Bild" soll sie ihn zu diesem Zeitpunkt noch einmal gefragt haben - und er geantwortet haben. "Ich mach's."

Ziemiak soll die CDU einen.
Ziemiak soll die CDU einen.
Ziemiak soll die CDU einen. – REUTERS

Am Samstagvormittag schlug Kramp-Karrenbauer Ziemiak dann offiziell den 1001 Delegierten in der Hamburger Messe-Halle als neuen Generalsekretär vor. Er berichtete in seiner Bewerbungsrede, dass ihn einige Parteimitglieder auf der Tanzfläche am Parteitag angesprochen hätten, die nicht glücklich mit der neuen Chefin seien. Wenn er ein Angebot bekomme, dann solle er nicht annehmen. "Nicht einen Tag danach." Aber "es geht nicht um heute, oder um morgen: Es geht um die Partei", sagt er. Er wolle die verschiedenen Lager, die Anhänger von Kramp-Karrenbauer und des zweitplatzierten Friedrich Merz, wieder vereinen. Und den Diskurs in der CDU stärken. "So, wie wir es bei der Jungen Union machen."

Kramp-Karrenbauers strategische Entscheidung

Kramp-Karrenbauer hatte schon im Vorfeld angekündigt, als Generalsekretär jemanden vorzuschlagen, der aus dem konservativeren und unternehmerfreundlichen Parteiflügel kommt. Nachdem sie eher als Sozialpolitikerin gilt, wären damit beide Rirchtungen zufriedengestellt, hofft sie. Auch aus wahltaktischer Sicher könnte es eine kluge Entscheidung gewesen sein: Sollte sich die JU nicht für Spahn oder Merz ausgesprochen haben, weil sie auf einen Karrieresprung ihres Chefs gehofft haben, waren das womöglich wahlentscheidende Stimmen bei der Chef-Wahl.

Dass die Partei nun, nach dem Wahlkampf um die Parteispitze, wieder geeint werden müsse, sagte auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. Er hielt wie Ziemiak seine Ansprache am zweiten und letzten Tag des Parteitags. "Allen ist nach dieser Wahlentscheidung klar, dass die CDU nur stark ist, wenn alle Parteimitglieder und alle Parteiflügel an einem Strang ziehen", sagte er zuvor Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. "Dieser Wille ist so verbreitet, wie lange nicht."

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