Tränengas-Einsatz bei "Gelbwesten"-Protesten in Paris

Bis zum Nachmittag wurden 59 Personen festgenommen. Auch in anderen Städten gingen zahlreiche Menschen auf die Straße.

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Spannungen in Frankreich halten an. – APA/AFP/PASCAL GUYOT

Bei Protesten der französischen "Gelbwesten"-Bewegung ist es in Paris erneut zu Zusammenstößen gekommen. Auf den Champs-Elysees ging die Polizei am Samstag mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die mit Helmen, Masken und Pyrotechnik ausgerüstet waren. Nahe dem Triumphbogen wurden Polizisten nach Polizeiangaben mit Steinen beworfen, auch dort setzten die Ordnungskräfte Tränengas ein.

74 Verdächtige seien in Polizeigewahrsam genommen worden, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft. Die Polizeipräfektur sprach von rund hundert Festnahmen.

 

Im südfranzösischen Nîmes lieferten sich Demonstranten und Polizei ebenfalls Auseinandersetzungen. Mit Metallschilden ausgerüstete Demonstranten stießen im Stadtzentrum in Richtung der Polizisten vor, diese antworteten mit Tränengas.

Proteste auch in Bourges

Auch in weiteren Städten hatten sich "Gelbwesten" zum neunten Protest-Samstag in Folge versammelt. In Bourges gingen nach Angaben der örtlichen Präfektur bis zum Nachmittag etwa 5.000 Menschen auf die Straße. Ihr Protest lief zunächst überwiegend friedlich ab. In einer Straße habe die Polizei eingegriffen und eine Versammlung aufgelöst, sagte eine Sprecherin der Präfektur. Die Stadt im Zentrum Frankreichs stand unter besonderer Beobachtung der Sicherheitsbehörden, nachdem es dort Online-Aufrufe zu Massenprotesten gegeben hatte.

Die "Gelbwesten"-Bewegung setzt der Regierung Macron seit November zu. Bei ihren landesweiten Kundgebungen demonstriert sie gegen Steuer- und Preiserhöhungen sowie für eine verbesserte Kaufkraft der Franzosen. Ursprünglich hatte sich die Bewegung gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel gerichtet. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über die Politik der Regierung.

Deren angekündigte milliardenschwere Zugeständnisse, die unter anderem mehr Geld für Mindestlohnbezieher und Entlastungen für Pensionisten vorsehen, weisen die Demonstranten als ungenügend zurück. Viele fordern weitere Steuersenkungen, Volksabstimmungen nach schweizerischem Vorbild sowie Macrons Rücktritt.

 

(APA/dpa)

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