37-Jähriger gewinnt Präsidentenwahl in El Salvador

Nayib Bukele konnte laut vorläufigem Endergebnis 53,83 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Das zentralamerikansiche Land leidet unter Armut und Bandengewalt.

EL SALVADOR-ELECTIONS-VOTE
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APA/AFP/MARVIN RECINOS

El Salvador hat einen neuen Präsidenten gewählt. Nayib Bukele von der konservativen Großen Allianz der Nationalen Einheit (GANA) konnte nach dem vorläufigen Endergebnis 53,83 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, wie die Wahlkommission am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter mitteilte. Der ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador löst den linken Präsidenten Salvador Sánchez Serén ab.

Mit 37 Jahren wird Bukele der bisher jüngste Staatschef des
mittelamerikanischen Landes. "Wir können mit ganzer Sicherheit
bekanntgeben, dass wir die Präsidentschaft in der ersten Runde
gewonnen haben", wurde Bukele von seiner Partei auf Twitter zitiert.

Zuvor hatten die Wahlbehörden erklärt, dass Bukele nach Auszählung von 70 Prozent der Stimmen bei knapp 53 Prozent lag. Die beiden Rivalen des 37-Jährigen - Carlos Calleja (42) von der weit rechts stehenden Republikanischen nationalistischen Allianz (Arena) und Hugo Martínez (51) von der linksgerichteten Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) - räumten ihre Niederlagen ein. Stimmberechtigt waren 5,2 Millionen Salvadorianer. Die Amtsübernahme ist für den 1. Juni vorgesehen. 

Mordrate bei 51 pro 100.000 Einwohnern

Bukele hat versprochen, mehr in Bildung zu investieren und die Korruption zu bekämpfen. Vor allem müsste er aber neue Programme gegen die weitverbreitete Unsicherheit in dem Land umsetzen. Die Mordrate liegt bei 51 pro 100.000 Einwohnern - und damit erheblich über dem weltweiten Durchschnitt. Im vergangenen Jahr wurden 3.340 Morde registriert. Mächtige Straßengangs sollen 70.000 Mitglieder haben, von denen 17.000 hinter Gittern sind.

Die Bevölkerung hat zudem mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen. Zwar wuchs die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent - die größte Steigerung seit fünf Jahren - doch etwa 30 Prozent der 6,6 Millionen Salvadorianer leben unter der Armutsgrenze. Der monatliche Mindestlohn von umgerechnet 260 Euro reicht gerade einmal, um Nahrungsmittel zu kaufen.

(APA/Reuters)

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