Bouteflika reicht Kandidatur für Präsidentenwahl in Algerien ein

Der algerische Langzeit-Präsident Abdelaziz Bouteflika bewirbt sich trotz massiver Proteste nun offiziell für eine fünfte Amtszeit.

Abdelaziz Bouteflika ist seit 1999 im Amt, tritt aber kaum noch öffentlich auf.
Abdelaziz Bouteflika ist seit 1999 im Amt, tritt aber kaum noch öffentlich auf.
Abdelaziz Bouteflika ist seit 1999 im Amt, tritt aber kaum noch öffentlich auf. – APA/AFP (RYAD KRAMDI)

Abdelaziz Bouteflika reicht seine Kandidatur für die Präsidentenwahl in Algerien am 18. April formell ein, wie der Fernsehsender Ennahar am Sonntag berichtete. Algerische Sicherheitskräfte setzten unterdessen Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten in der Hauptstadt Algier ein. Die Demonstranten hatte sich nach Augenzeugenberichten dem abgeriegelten Sitz des algerischen Verfassungsrates genähert. Dort müssen bis Sonntagnacht die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl ihre Unterlagen offiziell einreichen.

Im ganzen Land waren am Sonntag erneut Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestieren gegen eine erneute Kandidatur des gesundheitlich angeschlagenen Amtsinhabers Abdelaziz Bouteflika. Der 82-Jährige hatte angekündigt, bei der Wahl am 18. April erneut antreten zu wollen. Er sitzt seit 2013 im Rollstuhl und tritt kaum noch öffentlich auf. Algerien sieht seit einigen Tagen die größten Proteste des Landes seit mehr als zehn Jahren.

Mehrere Oppositionspolitiker haben aus Protest gegen die Wiederkandidatur des seit 1999 amtierenden Bouteflika ihren Boykott der Präsidentschaftswahl angekündigt. Die größte moderat islamistische Partei Algeriens, HMS, hatte entschieden, nicht bei der Abstimmung anzutreten, sollte Präsident Bouteflika erneut zur Wahl stehen. Auch der frühere Regierungschef Ali Benflis, der bei der Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren hinter Bouteflika auf dem zweiten Platz landete, kündigte seinen Rückzug an. Er hatte Bouteflika bereits 2014 systematischen Wahlbetrug vorgeworfen.

(APA/Reuters/dpa)

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